Auf Wellen der Wertschätzung

Im Waldbrandjahr 2018 zeigte sich: Die Feuerwehr wird hoch geachtet

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Das muss man erst mal schaffen: 60 Jahre schon ist Georg Fahl Mitglied der Altenaer Feuerwehr. Der Hauptbrandmeister aus der Löschgruppe Knerling empfing Blumen und Auszeichnungen von den Wehrleitern Alexander Grass und Stefan Brockhaus.

Altena – Alexander Grass appelliert bereits jetzt an Rat und Verwaltung, Ausschau zu halten: Die neue Feuerwache wird viel Platz benötigen, um alle rechtlichen Anforderungen zu erfüllen. „Nur mit einer guten und zeitgemäßen Infrastruktur können wir qualitativ gute und schnelle Hilfe leisten“, erklärte der Wehrleiter auf der Jahresdienstbesprechung mit Blick auf den Brandschutzbedarfsplan, der in diesem Jahr verabschiedet werden soll.

Grass ist zuversichtlich, dass jener Plan angenommen wird und seine Umsetzung bald greifen kann. Allerdings bedarf es noch vorher einer Reform im IT-Wesen der Feuerwehr. „Unsere Statistik machen Stefan Brockhaus und ich an drei verschiedenen Rechnern mit drei verschiedenen Systemen, die wir dann mühevoll in ein System umpacken müssen. Das lässt unsere Zeit nicht mehr zu, da besteht ein ganz dringender Handlungsbedarf“, betonte Grass. 

Insbesondere im Waldbrandsommer 2018 mussten die Prioritäten klar gesetzt werden, denn Verschnaufpausen gab es während der Feuer am Hegenscheid und auf dem Wixberg kaum. Mittendrin der verheerende Brand in einem Einfamilienhaus an der Roleye mit einer verstorbenen Person. 

„Es war anstrengend, aber wir haben etwas Großartiges erfahren: Noch nie ist uns als Feuerwehr so viel Wertschätzung entgegengebracht worden, wie in dieser Zeit. Erst vor wenigen Tagen noch hat mich ein Fünfjähriger auf dem Wochenmarkt angesprochen und sich bei der Feuerwehr dafür bedankt, dass die Kameraden seinen gleichaltrigen Freund im Januar aus dem Brandhaus in Dahle gerettet haben. Solche Rückmeldungen lassen das Herz dahinschmelzen!“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Hanna Freissler sprach im Namen von Rat und Verwaltung eine Einladung an alle haupt- und ehrenamtlichen Wehrleute aus: Für sie gibt es im Sommer ein Grillfest.

Hanna Freissler als stellvertretende Bürgermeisterin sprach in diesem Zuge eine Einladung an alle haupt- und ehrenamtlichen Wehrleute aus: „Wir sind Ihnen allen sehr dankbar für ihre Arbeit. In diesem Sommer sind sie im Namen von Rat und Verwaltung alle zu einem Grillfest eingeladen!“ 

Das ist ein Posten, der nicht im Feuerwehretat 2019 steht. 800.000 Euro will die Stadt in diesem Jahr investieren, 550.000 Euro davon allein in Fahrzeuge. Für März sind die Auslieferungen des Hilfslöschfahrzeugs 10 der Löschgruppe Drescheid geplant und die des Mannschaftstransportwagens für die Kinderfeuerwehr. Für Ende des Jahres werden zwei neue Einsatzleitwagen für die Löschzüge 1 und 2 erwartet. In der Rubrik Ausschreibung/Bestellung stehen ein neues Hilfslöschfahrzeug 10 für die Freiheit und ein Gerätewagen Logistik für den Umweltschutz U2. 

Aktuell sind 278 aktive Rettungskräfte im Dienst, die durch 56 Mitglieder der Werksfeuerwehr VDM Unterstützung erfahren. 193 Personen sind in der Freiwilligen Feuerwehr und 17 Hauptamtliche auf der Wache. Dort arbeiten auch 18 Rettungsassistenten, die 2018 3600 Einsätze gefahren sind. Die Wehr war zu 376 Einsätzen ausgerückt. 

Ob Brand, Gewässerverunreinigung, Tier in Not oder Mensch im feststeckenden Aufzug - es war alles dabei. Seit Patrick Slatosch das Amt des Pressesprechers übernommen hat, sind solche Einsätze auch bestens dokumentiert. „Wir waren noch nie so gut in sozialen Medien vertreten und auch unsere Homepage hat nie besser ausgesehen!“, lobte Alexander Grass. 

Der Wehrleiter musste sich einem (nicht sehr bös gemeinten) Kritikpunkt stellen, der von Georg Würth angebracht wurde: „Lieber Alex, wo ist denn die Kinderfeuerwehr heute Abend? Die gehört auch hier hin!“, richtete der Feuerwehrverbandsvorsitzende das Wort an seinen Kameraden aus Altena. Sechs Feuerwehren im Kreisgebiet machen mittlerweile mit „und ich will bald einen Kreiskinderfeuerwehrwart haben“ betonte Würth.

Hier steht die Zukunft in den Startlöchern: Die Jugendfeuerwehrmitglieder werden nun Praktikanten in der Einsatzabteilung.

Sein Paket mit süßen Überraschungen für die Kleinsten überreichte Würth an die Jugendfeuerwehr. Aus der gehen nun sechs junge Leute als Praktikanten in die Einsatzabteilung, um dann nahtlos in die Feuerwehrausbildung einsteigen zu können. „Nachwuchsförderung ist unsere wichtigste Aufgabe“, betonte Würth. Denn wer gut gepflegt wird, der bleibt seiner Feuerwehr gerne lange treu. So war es bei Georg Fahl, der unter allen Geehrten am Samstag ungeschlagener Präsident war mit 60-jähriger Mitgliedschaft. Herzliche Szenen auch bei der Entlassung aus der Dienststellung von Udo Denkhaus: Den Gruppenführer der Freiheit ließen seine Kameraden nicht ohne Abschiedsgeschenk gehen

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