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Streit im Wald im MK: Benz-Fahrer soll Mountainbiker Hang hinuntergestoßen haben

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Von: Jona Wiechowski

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Diesen Abhang wurde ein 44-Jähriger Altenaer gleich zweimal hinuntergeschubst. Mehrere Tage später klagt er über enorme Rückenschmerzen.
Diesen Abhang wurde ein 44-Jähriger Altenaer gleich zweimal hinuntergeschubst. Mehrere Tage später klagt er über enorme Rückenschmerzen. © Privat

Ein Streit im Wald ist am Samstag völlig eskaliert. Der Vorfall gipfelte darin, dass ein Mercedes-Fahrer einen Mountainbiker gleich zweimal einen Abhang hinuntergeschubst haben soll. Der Betroffene beklagt im Gespräch mit der Redaktion, noch immer „höllische Schmerzen“ zu haben.

Altena – Aber von vorn: Der 44-Jährige befuhr laut Mitteilung der Polizei gegen 12 Uhr den Waldweg in der Verlängerung der Straße Winkelsen. Gut eineinhalb Kilometer im Wald sei ein grauer Mercedes Vito auf den Radfahrer aufgeschlossen. „Der Fahrer hat mich wüste beschimpft, ich solle mich verpissen vom Weg“, erzählt der Fahrradfahrer, dessen Name der Redaktion bekannt ist. Der habe dem Autofahrer entgegnet, doch bitte solange zu warten, bis er sicher anhalten könne.

Versucht, von der Straße zu drängen

„Darauf hin versuchte mich der Fahrer von der Straße zu drängen.“ Besonders brisant: Links von ihm sei es circa 25 bis 30 Prozent steil bergab gegangen. Der Fahrradfahrer erzählt im Gespräch, wie er ins Straucheln kam und nach links vom Weg abgekommen sei. Daraufhin habe ihn der Autofahrer erneut versucht, den Abhang hinunter zu drängen. „Ich konnte mich gerade noch in so einer Nische retten“, beschreibt der Altenaer, der den Autofahrer angeschrien habe, „ob er mich umbringen will“. Der habe dann gemeint, der Waldbesitzer zu sein und kein Stück zu warten, bis jemand zur Seite fahren könne. Auch habe der Mercedes-Fahrer die Schnauze voll von Fahrradfahrern.

Dann nahm der Vorfall eine drastische Wendung: „Der Fahrer stieg aus und schmiss mich mit meinem Fahrrad den steilen Abhang rückwärts hinunter.“ Er sei mit dem Kopf und dem Rücken gegen einen Baum geknallt. „Der Helm hat mich vor einer Kopfverletzung gerettet“, vermutet der Mountainbiker, der schließlich hinaufgeklettert sei und und erklärt habe, die Polizei anrufen zu wollen.

„Er (der Fahrer) meinte nur, dass er dann behaupten wird, dass ich runtergefallen wäre“, schildert der Fahrradfahrer, der daraufhin ein Foto vom Kennzeichen gemacht habe. Das machte den Fahrer offenbar so wütend, dass er den 44-Jährigen nochmal den Abhang hinuntergeschubst hat. „Diesmal bin ich noch weiter runtergefallen, etwa fünf Meter“, schätzt er.

Daraufhin sei der Fahrer, den der 44-Jährige als „dreimal so breit wie ich“ beschreibt, lachend weggefahren. „Im Auto saß noch jemand mit ihm, der keine Anstalten machte, das Ganze zu unterbinden.“

Der Altenaer rief die Polizei. Die nahm Anzeigen auf wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung an dem Mountainbike, heißt es von der Pressestelle der Polizei im Märkischen Kreis.

Radler erleidet „enorme Rückenschmerzen“

Von dem Vorfall wird der 44-Jährige sicher noch eine ganze Weile etwas haben. Direkt danach sei er zwar nicht ins Krankenhaus gefahren, dann aber am Montag – wegen „enormen Rückenschmerzen“, wie er angibt. Hier sei er sofort geröntgt worden. „Es könnte was gebrochen sein“, stehe auch jetzt noch nicht ganz fest, was für einen Schaden er erlitten habe. Der Fahrradfahrer sei „geschockt, dass solche Menschen frei herumlaufen dürfen, die einfach nur anderen Menschen schaden wollen.“

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