Wahlkampf-Töne auf Facebook

+
Bilder wie dieses stellt Manuel Huff (Linke) auf Facebook online, um knapp und deutlich Statements abzugeben.

Altena - „Nicht verSCHULZen lassen! Der größte Unterschied zu Angela Merkel ist der Vollbart“, prangt es auf der Facebook-Seite des Linken-Landtagskandidaten Manuel Huff. Der Landtags-Wahlkampf ist angelaufen.

Jetzt geht es für die Kandidaten darum, Präsenz zu zeigen. Soziale Netzwerke ermöglichen einen Wahlkampf auf großer Leinwand. Auch einige der Kandidaten im Wahlkreis 121, zu dem Altena gehört, nutzen das soziale Netzwerk. 

Unterschiedlich oft und mit unterschiedlich harten Bandagen. Schnell wird deutlich: Die Facebook-Seiten der Kandidaten leben von verlinkten Artikeln, öffentlich zugänglichen Statement-Bildern und knappen Aussagen. Möglichst prägnant sollen die Inhalte sein – auf den ersten Blick verständlich und richtungsweisend.

Manuel Huff gibt sich offensiv

Besonders rege ist Manuel Huff, der Kandidat der Linken: Offensiv sind seine Beiträge – frech, aber zielgerichtet die Bemerkungen. Er setzt klar auf die Vorhaben der Partei; darunter die Anhebung der Freigrenze für Kita-Beiträge. 

Anderen Parteien wirft er zum Teil Phrasen-Politik vor und beruft sich dafür auf Aussagen einzelner Minister, die er für sich nutzt: „Millionenerbschaften richtig besteuern! Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) ist überrascht, dass der Großteil der Reichen ihr Vermögen Erbschaften und Schenkungen verdanken. Hoffentlich verrät sie das noch ihrer Partei!“, schreibt er in einem Beitrag. 

Auffällig: Huff verwendet als einziger der sieben Kandidaten die sogenannten Hashtags für sich. Damit verlinkt er Schlagworte in seinen Beiträgen, sodass die Facebook-Nutzer direkt weitere Artikel lesen können. 

Michael Scheffler: Nähe zur Region

SPD-MdL Michael Scheffler hat den Wahlkampf auf Facebook ebenfalls für sich entdeckt. Weniger offensiv und weniger drastisch als Huff, ist er mit seinen Beiträgen doch beinahe täglich präsent. Unmittelbar und quasi „live“ während einer Veranstaltung postet er dabei aber nie. 

Aus gutem Grund: Er wolle sich Zeit für die Beiträge nehmen – sein Handy auf Anlässen für Facebook zu nutzen, finde er unpassend, teilte er mit. Auf seiner Seite finden sich Fotos von ihm, einige ausgewählte Links zu Artikeln, vor allem von der SPD selbst verfasst. Bissige Statements gibt Scheffler dabei selten ab, es geht sachlich zu. Vielmehr stehen Informationen im Vordergrund – und stets die Nähe zur Region.

Detlef Köpke nutzt Wahlkampf-Sprüche 

Konzepte vorstellen, Beurteilungen abliefern, Wahlplakate auch auf Facebook nutzen und vor allem: Gründe nennen – für die FDP, das vermittelt Kandidat Detlef Köpke (FDP). Seine Beiträge sind knapp formuliert, der Schwerpunkt liegt klar auf Links ausgewählter Inhalte. 

Immer wieder dazwischen lockern Bilder und Videos das Gefüge auf. Bildung, Landwirtschaft, Steuern und Windkraft sind die großen Themen. Versehen mit Wahlkampf-Sprüchen, wie: „Nur weil Kinder gerne im Dreck spielen, müssen unsere Schulen nicht so aussehen.“ 

Ähnlich handhabt es Alexander Langguth, Kandidat der AfD. Videos dominieren auf seiner Facebook-Seite – teils spöttisch bringt er für seinen Wahlkampf heikle Themen zur Diskussion. Getreu dem Motto: Man muss nicht öffentlich dazu stehen, aber das Kreuz an der richtigen Stelle setzen, will er zur Wahl der AfD animieren. 

Hürde: Facebook-Profil-Einstellungen

Eigene öffentliche Beiträge findet der Facebook-Nutzer auf der Seite Thorsten Schicks (MdL CDU) nur selten. Genauso war es bis gestern Nachmittag auch auf der Seite Oliver Helds (Die Grünen). Auf Nachfrage stellte sich jedoch heraus, dass der Grünen-Kandidat sehrwohl politische Beiträge teilt – allerdings aufgrund einer falschen Profil-Einstellung nur mit seiner Freundesliste.

„Ich habe das direkt geändert – das war definitiv nicht so geplant, die Seite soll auch gezielt für politische Inhalte genutzt werden“, sagte Held. Auf eine zusätzliche Facebook Seite – neben seinem bereits privat angelegten Profil – möchte er verzichten.

„Ich habe mehr als 750 Facebook-Freunde – es wäre schade und schlecht für mich, würde ich die verlieren.“ Immerhin ist es das Netz aus Leuten, von dem der Nutzer profitiert. 

Thorsten Schick wählt offiziellen Weg

Für den anderen Weg entschied sich Thorsten Schick: Neben seiner privaten Seite hat er kürzlich eine sogenannte Gefällt-mir-Seite eingerichtet – zu finden unter Thorsten Schick (Politiker). Darauf sollen ab sofort politische Beiträge geteilt und diskutiert werden. 

„Es war für mich fast unmöglich, Politik und Privates auf Facebook zu trennen. Deshalb wurde die Seite angelegt.“ Einige Beiträge stechen aber auch auf dem privaten Profil ins Auge – allerdings stammen diese nicht von Schick, der sich dort deutlich zurückhält (Letzter ersichtlicher Beitrag vom 28. Januar). 

Für den Anschein regelmäßiger Bewegung sorgen andere, Christina Schulze Föcking und Serap Güler (beide CDU-MdL) zum Beispiel. Sie verlinken Bekannte, wie in diesem Fall Schick, in den eigenen Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare