Briefwahl boomt erneut

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Hauptamtsleiterin Tanja Jäker (rechts) und Kollegin Angela Klimke-Mertens. ▪

ALTENA ▪ Überall stehen Kisten im Raum. Listen liegen aus. Zettel hängen an Pinwänden und Brettern. Auf dem Schreibtisch von Tanja Jäker im Rathaus liegen Berge von Papier. Doch keine Angst: Die Rathausmitarbeiterin, die eigenverantwortlich ihre erste Bundestagswahl organisiert, hat alles im Griff.

Wenn am Sonntag, 22. September, genau 14 043 Altenaer von 8 bis 18 Uhr wählen gehen dürfen, ist ihr Job getan. Oder fast. Erster Stepp: Die Feststellung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses für Altena am Wahlabend. Damit ist gegen 21 Uhr zu rechnen. An den Folgetagen müssen alle nötigen Landeslisten und -Statistiken ausgefüllt werden. Doch die Verwaltungsmitarbeiterin klagt nicht: „Meine Kollegin Angela Klimke-Mertens und ich arbeiten Hand in Hand. Alles läuft rund.“ Offiziell ist Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein Wahlleiter – das Frauenduo im Rathaus ist „nur“ für die reibungslose Organisation des Urnenganges zuständig. Und die ist in „trockenen Tüchern“, so Jäker.

Die Wahlberechtigten werden stadtweit in 22 Wahlbezirken zur Stimmabgabe gerufen, zusätzlich gibt es fünf Briefwahlvorstände. Dabei beobachtet das Team im Rathaus erneut, dass „die Briefwahl boomt“. Bis Montag waren schon mehr als 2440 Wahlbriefe eingegangen, Tendenz steigend. Ob das Ergebnis der vergangenen Wahl, als es über 2600 Briefwähler gab, erreicht oder sogar getoppt werden kann, ist noch offen. Jäker: „Wir verzeichnen bis zu 200 Briefe am Tag. Rechnet man das hoch, müsste es an sich auf einen neuen Rekord zusteuern.“

Mehr als 180 Helfer hat Tanja Jäker für die Wahlvorstände verpflichtet. Keine leichte Aufgabe. Auf die diversen Aufrufe gab es dieses Mal nicht die erhoffte Resonanz. „Ich musste sogar einige Bürger zwangsverpflichten.“ Denn diese Art von bürgerlichem Ehrenamt kann man nur aus ganz zwingenden Gründen verweigern. „Und knapp 14 Tage vor der Wahl wollten wir diesen Part abgeschlossen haben“, so Jäker.

Der Wahlzettel selbst ist wieder „etwa einen halben Meter lang“. 22 Parteien bewerben sich um die Zweitstimme, acht Direktkandidaten buhlen um die Erststimme. Gültig ist ein Wahlzettel nur, wenn eindeutig zu erkennen ist, wen der Wähler erkennbar gewählt hat. Mit Erst- und Zweitstimme oder eben nur einer Stimme. Bemerkungen auf dem Dokument zu notieren ist nicht erlaubt. Dann wäre der Wahlzettel ungültig.

Ob es in diesem Jahr wieder eine öffentliche Wahlpräsentation im Ratssaal geben wird, ist zurzeit noch offen. Ansonsten gilt: Die Auszählungen in den Wahllokalken „sind natürlich öffentlich.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

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