Wahlergebnisse im Detail: Nur die MLPD wählt keiner

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Zwei Stimmen, viele Alternativen – die meisten Wähler blieben allerdings den etablierten Parteien treu.

Altena - 8429 Altenaer gingen am Sonntag zur Wahl. Der weitaus größte Teil wählte „etabliert“ – auf SPD, CDU, Grüne und FDP entfielen fast 7000 Stimmen.

Allerdings: Genau neun Prozent der Wähler gaben ihre Zweitstimme der AfD, die damit aus dem Stand die drittstärkste Kraft im Altenaer Parteienspektrum wurde. 

Oft war es so, dass die AfD in traditionell eher „linken“ Stimmbezirken besonders gut abschnitt – zum Beispiel in der Nette. In der Sekundarschule kam sie auf 15,9 Prozent der Zweitstimmen, am Drescheider Berg auf 14,8 Prozent und am Knerling auf 14,4 Prozent. 

Keine Regel ohne Ausnahme

Aber: Keine Regel ohne Ausnahme. Im Awo- Kindergarten fuhr die AfD mit 4,8 Prozent das schlechteste Ergebnis in ganz Altena ein. Ein Blick auf die Erststimmen: 2012 hatte Michael Scheffler in 20 der 22 Wahllokale die Nase vorn, in diesem Jahr immerhin noch in 17.

Über 50 Prozent der Stimmen holte er allerdings nirgendwo, während das dem CDU-Kandidaten Thorsten Schick gleich zweimal gelang. Schefflers bestes Ergebnis wurde im Awo-Kindergarten ermittelt (48,1 Prozent), sein schlechtestes am Großendrescheid.

Dort kam CDU-Kandidat Schick auf stolze 59,3 Prozent. Sein schlechtestes Ergebnis erhielt dieser Bewerber mit 21,4 Prozent in der Sekundarschule. Wo gab es besonders starke Ausschläge? Im Vergleich CDU/SPD vor allem in jenem Teil des Mühlendorfs, der im evangelischen Gemeindezentrum wählt. 

Diskussion um die Windräder

Dabei handelt es sich in erster Linie um den Linscheider Bach und den Halsknopf. In diesem Stimmbezirk gingen die Zweitstimmen für die SPD um 15,7 auf 40,1 Prozent zurück, während sich das CDU-Ergebnis von 13,1 auf 25, 7 Prozent fast verdoppelte. 

Stichwort Grüne: Natürlich stellt sich die Frage, ob die Diskussion um die Windräder auf dem Kohlberg Auswirkungen auf das Ergebnis der Öko-Partei hatte. Wirklich belegen lässt sich das nicht. 

Zwar fuhren sie im Feuerwehrgerätehaus Dahle mit 1,5 Prozent der Zweitstimmen ihr stadtweit schlechtestes Ergebnis ein – richtig gut haben sie dort allerdings auch bei den vorherigen Wahlen nicht abgeschnitten. Den verblüffendsten Rückgang grüner Zeitstimmen meldete die Sekundarschule mit einem Absturz von 12,1 auf 1,8 Prozent. 

Einfluss der stark gestiegenen Wahlbeteiligung

An diesem Ergebnis lässt sich übrigens auch schön aufzeigen, dass beim Vergleich der Prozentzahlen stets auch die stark gestiegene Wahlbeteiligung berücksichtigt werden muss und dass die Entwicklungen bei den absoluten Zahlen noch drastischer sein können. 

2012 wählten an der Sekundarschule noch 21 Wähler grün, vergangenen Sonntag waren es nur noch drei. Die FDP kam in acht der 22 Wahllokale auf zweistellige Ergebnisse. Bei Spelsberg holte sie sogar knapp 26 Prozent. Das ist im Vergleich zu 2012 ein Anstieg um über 12 Prozent. 

Liberalen verdoppelten Ergebnis

In der Grundschule Dahle verdoppelten die Liberalen ihr Ergebnis und kamen auf 10,4 Prozent. In Mühlenrahmede entfielen 2012 knapp fünf Prozent der Stimmen auf die Liberalen, bei dieser Wahl waren es elf Prozent. Es standen am Sonntag noch eine Menge mehr Parteien zur Wahl. 

31 Gruppierungen buhlten um die Zweitstimmen der Altenaer. Ganz leer ging nur eine aus: Kein einziger Altenaer machte sein Kreuzchen bei der Marxistisch-leninistischen Partei Deutschlands. „Schöner leben“ holte immerhin vier Stimmen, die Jugend- und Entwicklungspartei kam auf zehn Stimmen und die Tierschutzpartei auf sogar 89 Stimmen. 

Potenziellen Angriffen vorbeugen

Aus technischer Sicht sei die Landtagswahl problemlos verlaufen, teilte der kommunale IT-Dienstleister Citkomm am Montag mit. Dort liefen die Ergebnisse aus den Kreisen Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Soest, Rheinisch-Bergischer Kreis, Teilen des Kreises Unna sowie aus den Städten Euskirchen und Schleiden ein. 

Vor allem die am Samstag grassierenden Meldungen zu dem weltweit grassierenden Trojaner „WannaCry“ schreckte die Mitarbeiter auf: „Bis in die späte Nacht arbeiteten unsere ITler, um potenziellen Angriffen vorzubeugen. Dies hat sich bezahlt gemacht. Der Wahlabend ist aus technischer Sicht problemlos verlaufen“, erklärte Dr. Michael Neubauer, Geschäftsführer der Citkomm.

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