Kommunalwahlen: Frauen klar in der Unterzahl

Ehrenamtliche Helfer sitzen am Superwahl-Sonntag in allen heimischen Wahllokalen. Ihre Zahl reicht aus, so das Rathaus.

Altena -   Respekt! Hans Dickel vom Europaring 33 will es noch einmal wissen. Mit fast 80 Lebensjahren tritt der Lehrer im Ruhestand bei der Kommunalwahl am 25. Mai als Direktkandidat für die SDA im Wahlbezirk III (Mühlendorf/Nordpol) an. Nur FDP-Mann Ernst Wilhelm Otto Kunze (Jahrgang 1935), Ulla Rinke, Jahrgang 1937, und Hartmut Westphal, geboren 1938, beide SDA, sind ebenfalls noch in den 1930er Jahren geboren.

Apropos Alter: Hier stellt die FDP mit einem Altersdurchschnitt von 54 Jahren die „älteste“ Riege der Kandidatenbewerber um eines der 32 Ratsmandate in Altena.

Insgesamt 96 Frauen und Männer aus fünf Parteien und Wählergemeinschaften (SDA) bewerben sich um die Mandate in den stadtweit 16 Wahlbezirken. Alle Parteien, also CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen, Die Linke und die SDA, treten in sämtlichen Bezirken mit eigenen Kandidaten an.

Die CDU präsentiert mit einem durchschnittlichen Kandidatenalter von 43 Jahren die jüngste Mannschaft. Ihr folgen die SDA mit 47 Jahren und dann gleichauf mit je 48 Jahren Bündnis 90/Die Grünen (48 Jahre) und die Linke. Die SPD bringt es auf einen Altersdurchschnitt von 50 Jahren.

Jüngster Bewerber um ein Ratsmandat ist Yassin Süer. Er tritt im Wahlbezirk III (Mühlendorf/Nordpol) für die FDP an und ist mit seinen 19 Lebensjahren noch Auszubildender. Ihm folgen als weitere jugendliche Bewerber Esra Tekin (Jahrgang 1994), ebenfalls Auszubildende. Sie tritt für die SDA im Wahlbezirk II (Pragpaul/Tiergarten) an. Nur ein Jahr älter ist Justus Winter, ebenfalls Azubi. Der 20-jährige FDP-Bewerber kandidiert auch im Wahlbezirk II.

Auch dem nächsten Rat werden vermutlich deutlich mehr Männer als Frauen angehören. Darauf deutet zumindest die Geschlechterverteilung bei den Direktkandidaten hin. Es werden nämlich 51 Männer und nur 29 Frauen antreten – wobei in den Reservelisten die CDU mit weiteren sechs Frauen bis Platz 33 zusätzlich punkten möchte.

Frauenfreundlichste Parteien sind eindeutig die Bündnis-Grünen mit neun Direktkandidatinnen vor den Linken, die sechs Frauen aufbieten. CDU, FDP, SDA geben je vier Frauen eine Chance. Die SPD setzt nur auf die bisherige Fraktionschefin Irmgard Ibrom und die erst 24-jährige Gesundheits- und Krankenpflege-Schülerin Vanessa Werner. Die Gesamtfrauenquote bei der Wahl beträgt somit 30 Prozent.

Interessant quer durch alle Parteien: Während in der CDU mit Daniela Elisa Simon eine Dreißigjährige den eigenen Vater (Wolfgang Simon, langjähriger Vizebürgermeister) als Kandidatin ersetzt, gibt es in der FDP Eheleute und Schwiegereltern, die die 16 Bewerber vervollständigen. Gleich vier Mal taucht bei den Linken der Name Michel auf – auch hier spielen Familienbande eine Rolle. Drei Mal tritt Familie Biroth in der SDA an – auch Vize-SDA-Chef Tekin bietet die eigene Tochter auf.

Zwei Sätze zu den BM-Kandidaten: Amtsinhaber Dr. Andreas Hollstein (CDU) ist mit 51 Jahren zehn Jahre älter als Mitbewerber Christian Gosch (SPD). Beide sind Volljuristen.

von Johannes Bonnekoh

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