Woche der Ausbildung 2017:

Wagener-Draht: "Wir fordern und fördern"

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Mitglieder Geschäftsleitung von Wagener Draht, Vertreter der Arbeitsagentur und Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein suchten das Gespräch.

Altena - „Fordern und fördern!“ Das sei die Unternehmensmaxime des Drahtwerkes Wagener GmbH & Co. KG. Das stellte Dienstag, 28. März,  Geschäftsführer Markus Giese an den Beginn eines lebhaften Gespräches. Er führte es mit Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der laufenden Ausbildungswoche 2016.

„Aktuell arbeiten bei uns vier Auszubildende, drei weitere stoßen im Sommer zu unserer dann etwa 100 Köpfe starken Mannschaft dazu“, sagte Giese. Ausgebildet wird in technischen Berufen wie Drahtzieher (heute Fachkraft für Metallverarbeitung), Elektriker und auf kaufmännischer Seite den Industriekaufleuten. „Wir geben auch den sogenannten Schwachen eine reelle Chance“, unterstrich der Geschäftsführende Gesellschafter Eckart C. L. Lüling. Als inhabergeführtes Unternehmen blicke man auf eine lange Ausbildungstradition zurück.

Gute Leistung - Übernahme

Besonders stolz sei man darauf, dass bislang alle guten Azubis auch später übernommen werden konnten. Martin Döhler von der Agentur für Arbeit bezeichnete das heute zur Künne-Gruppe gehörende Unternehmen deshalb als „Vorzeigebetrieb innerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches.“ „Mitarbeiter aus 17 Nationen arbeiten auf der ,Altenaer Saarschleife’ bei uns am Hünengraben eng, engagiert und harmonisch zusammen“, merkte Eckart C. L. Lüling weiter an. „Uns ist wichtig: Hier gibt es keine Unterschiede in Ansehen und Person, in Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Und: Alle werden gleich bezahlt.“

Einstellungspraxis

Insbesondere Geschäftsführer Markus Giese berichtete dann aus der täglichen Einstellungspraxis und verhehlte dabei nicht, dass vieles zu schulisch geprägt sei und heute oft nur noch Abiturienten eine Zielgruppe von Firmen seien. „Bei uns ist das nicht so. Wir erwarten viel, wir geben aber auch.“ Dass man damit Erfolg habe, beweise, dass es kaum Schwierigkeiten gebe, geeignete Fachkräfte zu halten oder neue zu bekommen. „Annoncen schalten wir nicht. Wir leben von der Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Ständige Fortbildung

Aus- und ständige Fortbildung hätten auch deshalb einen hohen Stellenwert, weil man als weltweit agierendes Unternehmen auf Qualität setze und deshalb qualifizierte Mitarbeiter haben müsse. Darunter befinden sich auch bereits Flüchtlinge. „Einstellungsvoraussetzung ist bei uns immer, dass die Person deutsch spricht. Unsere Hightech-Maschinen mit den dazugehörigen PC-Programmen laufen mit deutschen Befehlen. Für uns macht es keinen Sinn, dass zum Beispiel auch noch auf Englisch zu übersetzen“, sagte Eckart C. L. Lüling. Noch immer habe der Beruf des Drahtziehers ein schlechtes Image. „Dabei ist die heutige Ausbildung top, verdienen die Männer richtiges Geld“, wie Giese anmerkte. Beim Ausbildungsberuf Industriekaufmann/frau merkte er an, dass Interessierte oft kaum eine Vorstellung hätten, auf was sie sich einließen. „Da muss die Arbeitsagentur, aber auch Schule und Elternhaus, noch viel mehr tun“, forderte Giese. Noch einmal unterstrich der Manager: „Auch vermeintlich Schwächere erhalten bei uns eine Chance. Wir sind gerne eine Art Steigbügelalter für die Karriere.“ Lüling forderte: „Neben Kopfbildung gibt es auch eine Bildung der Hände. Das Wertegefühl für den Werker muss deshalb in der Gesellschaft deutlich steigen.“ Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein hörte das gern und dankte seiner vielleicht „kleinen aber feinen Industrie“ entlang der Lenne und dem Altenaer Mittelstand allgemein, der für fast ein Fünftel der Weltmarktproduktion von Draht zuständig sei. „Ich bin froh, dass wir einen guten Kontakt zu allen Firmen haben und mit ihnen sprechen können.“ Die neuen Wege von Wagener, auch Asylbewerbern Praktika, eine Ausbildung oder gar eine Anstellung zu ermöglichen, begrüßte er sehr.

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