Vorwurf Geldwäsche: Wie blauäugig kann man sein?

ALTENA - Offenbar ziemlich blauäugig war ein Altenaer in eine Betrugsgeschichte hineingerutscht – gestern nun musste sich der 44-jährige zusammen mit seiner 22 Jahre jüngeren Lebensgefährtin zusätzlich wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritt der Angeklagte nicht.

Im Januar vergangenen Jahres hatte der Mann sein Bankkonto für dubiose Geschäfte einer „Frau Reinke“ zur Verfügung gestellt, weil er auf der Suche nach Nebeneinkünften war. Es gehe um den Handel mit Waren von großen Elektrosupermärkten, hatte ihm die Frau erzählt. Weil ihr eigener Mann angeblich das Konto habe sperren lassen, suche sie einen Partner, der Zahlungseingänge annimmt und per Zahlung via „Western Union“ weiterleitet.

Das Geld sollte an einen Empfänger auf den Philippinen transferiert werden – was der Angeklagte auch tat. Zehn Prozent der Summe habe er jeweils behalten können, lautete der Deal. Der Schwindel flog bald auf, und der Altenaer erhielt einen Anruf von einem Polizeibeamten aus Stuttgart. Jetzt erst sei ihm klar geworden, dass er es mit einer „Betrügerbande“ zu tun gehabt habe. Der 44-Jährige ging zur Polizei, zeigte sich selbst an und legte auch den E-Mail-Verkehr mit „Frau Reinke“ offen.

Allerdings verschwieg er dabei den Umstand, dass er 1 000 Euro von dem auf seinem Konto eingegangenen Geld für die Anschaffung eines gebrauchten Autos verwendet hatte - daraus leitete sich gestern der Vorwurf der Geldwäsche her. „Ich habe das Geld genommen, weil wir es brauchten“, so der Hartz-4-Empfänger. Seine Lebenspartnerin habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Auf dem Konto seien bestimmt noch 4000 Euro. „Ich möchte, dass diese Leute ihr Geld zurückbekommen“.

Gegen den Angeklagten wurde das Verfahren wegen einer im Oktober 2010 bereits verhängten Strafe eingestellt. Die Lebensgefährtin des Mannes ging ebenfalls straffrei aus.

von Thomas Keim

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