Sicher im eigenen Haus: Das rät die Polizei bei Betrügern an der Haustür

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Misstrauen schützt Senioren am besten vor Betrügern an der Haustür.

Altena – Schwangere Frau, Blumenbotin oder Handwerker: Betrüger an der Haustür sind kreativ. Die Polizei hat nun Senioren bei einem Vortrag für die Tricks sensibilisiert - und eindeutige Tipps gegeben.

Eine hochschwangere Frau mit Kind an der Hand klingelt an der Wohnungstür. „Meiner Tochter ist so schlecht. Dürfte sie wohl einmal ihre Toilette benutzten?“, fragt sie. „Das ist eine Bitte, die wohl viele nicht abschlagen. 

Diese Geschichte kann echt sein, aber oft handelt es sich um Betrug“, warnt Hauptkommissar Michael Hufnagel. Mehr als 70 Augenpaare verfolgen im großen Saal der Burg Holtzbrinck seine Ausführungen. Dort entwirft der Beamte vor Altenaer Senioren ein mögliches Betrugsszenario. 

Immer dasselbe Ziel: In die Wohnung eindringen

Es ist still im Raum, als er weitere Beispiele aus der Polizei-Praxis bringt. Etwa das Fallbeispiel einer jungen Frau, die einen Strauß Blumen in der Hand hält und ihn als Gärtnereibotin für die verreiste Nachbarin abgeben will. Natürlich redet sie so lange, bis die hilfsbereite Seniorin sie in ihre Wohnung lässt, weil die Blumen ja ins Wasser müssen. 

Hauptkommissar Michael Hufnagel bei seinem Vortrag.

„Die Maschen der Täter sind unterschiedlich, ihr Ziel stets dasselbe: Diese Leute wollen nur in Ihre Wohnung.“ Auf Einladung des Stellwerks ist dieser Nachmittag der Auftakt einer Reihe von drei Veranstaltungen zum Thema Seniorenkriminalität. 

„Nein, ich meine natürlich nicht, dass Senioren zum Straftäter werden. Sie werden aber vermehrt Opfer von Straftaten“, stellt der Polizist an den Anfang seiner 90-minütigen Ausführungen. Er spricht in Altena im Auftrag des Kommissariats Opferschutz. Das kümmert sich wegen ständig steigender Fallzahlen seit Jahren besonders um Senioren. 

"Niemals Unbekannten die Tür öffnen"

Und wie schützt man sich am besten vor solchen Tricks und Maschen an der Haustür? Der Beamte wird deutlich: „Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür und lassen Sie sie nicht in ihre Wohnung. Dann passiert auch nichts.“ 

Mehr als 70 Senioren kamen zum Vortrag.

Hinzu komme das eigene Auftreten. „Selbstsicherheit ist das A und O. Niemand hat das Recht, in Ihre Wohnung zu kommen. Nur Sie persönlich können entscheiden, ob Sie das zulassen.“ Eindrucksvoll ermunterte der Polizist die Altenaer, die sich mit zahlreichen Fragen und Einwürfen an seinem Vortrag beteiligten, sich zu wappnen.

Technik hilft

 „Am besten sichern Sie ihre Wohnungstür. Das kostet in der Regel nicht viel. Aber Sie sind auf der sicheren Seite.“ Zwar müsse mancher, der kein Eigenheim besitzt, den Vermieter fragen, aber gegen den Einbau eines Weitwinkel-Türspions oder das Anbringen von Türsperren hätten Vermieter sicher nichts einzuwenden. 

Experte Michael Hufnagel hatte für alle Gäste des Stellwerks Info-Broschüren mit weiteren Hinweisen, Fallbeispielen und Tipps der Polizei mitgebracht. 75 Stück hatte er eingesteckt. Am Ende hatte er nur noch zwei übrig. „Ich bin froh, dass ich auf eine solch große Resonanz gestoßen bin.“ Es sei schön, dass sich die Besucher eingebracht hätten. „Dafür sind wir von der Polizei immer offen.“

Weitere Termine 

Der nächste Vortrag zum Thema „Sicherheit am Telefon und im Internet“ findet am Mittwoch, 12. Februar, um 15 Uhr in der Burg Holtzbrinck statt. Das Thema „Sicherheit im öffentlichen Raum“ wird am Dienstag, 25. Februar, um 15 Uhr behandel

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