Vorlesestunden wieder im Aufwind / Mit japanischem Papiertheater das Märchen vom Fischer und seiner Frau erzählt

Wenn die Wünsche in den Himmel wachsen

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Ursula Lüling trug das Märchen gekonnt vor.

Altena - Das Märchen vom Fischer und seiner Frau wurde am Dienstag in der Stadtbücherei erzählt. Im Rahmen der Vorlesestunden, die der Förderverein organisiert, wählte man diesmal eine ungewöhnliche Form, die zum Text des Grimmschen Märchens von Philipp Otto Runge auf den ersten Blick nicht zu passen scheint.

Ursula Lüling vom Förderverein präsentierte die Geschichte in Form eines Kamishibai. Das ist ein „Papiertheater“, das auch als „Märchenbilderschaukasten auf der Straße” beschrieben wird. Zugrunde liegt eine japanische Theaterform mit langer Geschichte. Aber auch in dieser ungewöhnlichen Form des Vortrages zeigte sich deutlich, wohin es führt, wenn Wünsche ins Maßlose wachsen und aus der armseligen Fischerhütte schließlich ein Schloss geworden ist. Am Ende sollten der Fischer und seine doch wieder in der kleinen Hütte hausen. Die Vorlesestunden, darüber freute sich Büchereileiter Antonius Gusik, haben sich nach einer Schwächephase wieder gemausert, locken wieder mehr Besucher an.

Im Saal im Dachgeschoss der Stadtbücherei hat am Dienstagnachmittag eine Vorlesestunde der etwas anderen Art stattgefunden. Die Junioren verfolgten das Märchen vom Fischer und seiner Frau auf japanische Art.

Das liege möglicherweise auch am jetzt gewählten Wochentag. „Der Dienstag scheint vielen besser zu passen“, meint Gusik. Natürlich kommen die jungen Besucher oftmals in Begleitung eines Elternteils, hier und da haben aber auch beide einmal Zeit, die Sprösslinge zu begleiten. Gerne nutzten die Eltern aber auch die Gelegenheit, während der Vorlesestunde einige Besorgungen in der Stadt zu machen, berichtet Antonius Gusik – sie wissen die Junioren ja gut aufgehoben. Zum Hintergrund der jüngsten Vorlesestunde: Die Ursprünge des Kamishibai können bei den buddhistischen Wandermönchen des 10. Jahrhunderts gefunden werden. Sie nutzten die Methode des bildgestützten Erzählens, um buddhistische Lehren zu verbreiten. Die heute bekannte Form des Kamishibai entwickelte sich zu einer Populärkultur der japanischen Vorkriegszeit. Die Vorführer des Kamishibai erzählen mit kurzen Texten zu wechselnden Bildern, die in einen bühnenähnlichen Rahmen geschoben werden. Die Texte und Bilder werden eigens für diese Erzählform erarbeitet. Entstanden ist diese Form des öffentlichen Theaters zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Süßigkeitenverkäufer fuhren mit dem Fahrrad durch die Dörfer und Städte. Auf dem Gepäckträger war ein Holzrahmen befestigt, in den sie die Geschichtentafeln einlegten, um ihre Geschichten vorzutragen. Die Vorstellungen waren jeweils kostenlos, den Unterhalt verdiente sich der Erzähler mit dem Verkauf von Süßigkeiten.

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