Der Fall schlug hohe Wellen

Vorgetäuschte Katzenrettung: "Finderin" entschuldigt sich

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Die "Finderin" Nora Kerpen entschuldigt sich öffentlich für ihr Verhalten.  

Altena – Tierschützer und User im Netz reagierten entsetzt: Eine Dahlerin hat die  rührige Story von der Rettung einer Katze nur vorgetäuscht. Nun entschuldigt sich die Frau.

Der Fall schlug hohe Wellen: Eine junge Frau behauptete in den sozialen Medien, eine ausgesetzte Katze in Dahle gerettet zu haben. Dazu postete sie ein Bild von einer verklebten Transportbox mit der Katze darin. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Doch schon Stunden später stand fest: Die Katze gibt es, die Box auch – allein die rührende Rettungsgeschichte war erlogen. „Ich habe großen Mist gebaut. Deshalb gehe ich jetzt an die Öffentlichkeit und entschuldige mich in aller Form für mein Tun.“ 

Kerpen: Shitstorm mit Gewaltandrohung

Nora Kerpen, 20, senkt den Kopf und hantiert mit dem Handy. In Begleitung ihres Vaters Michael „will ich reinen Tisch machen. Im Moment bricht gerade ein Shitstorm über mich herein. Das geht von übelster Beleidigungen bis hin zur Androhung von Gewalt.“ 

Die 20-Jährige wohnt noch bei ihren Eltern Michael und Claudia Kerpen in Dahle. „Wir halten sechs Katzen, und alle fühlen sich wohl und sind gesund“, sagt der Vater. „Eine zusätzliche wäre aber nicht infrage gekommen. Es ist und bleibt mir ein Rätsel, warum unsere Tochter so etwas Dummes getan hat.“ 

Die Katze befand sich tatsächlich in diesem zugeklebten Korb - allerdings stimmte die Geschichte von der Rettung nicht.

"Ich war wohl überfordert"

Nora Kerpen spricht mit fester Stimme, schaut immer wieder zu ihrem Vater und sagt: „Das alles ist aus dem Ruder gelaufen. Ich war wohl überfordert.“ Sie habe ein „angeborenes Helfersyndrom“, sagt die Frau und spricht von Tierliebe und „vielen, vielen Missverständnissen“. 

Eine Bekannte habe ihr das Tier „aufgedrängt“, weil sie es wegen eines Trauerfalles in der Familie abgeben musste. Diese Frau aus Nachrodt habe die Katze auch in dieser verklebten Box in Dahle übergeben. „Ich habe wohl nicht energisch genug widersprochen, als wir uns getroffen haben“, schiebt Nora Kerpen einen Erklärungsversuch hinterher. „Dann habe ich mich nicht getraut, mit einem neuen Tier nach Hause zu kommen.“ 

Vater postet Geschichte in sozialen Netzwerken

Schließlich nahm sie Kater und Box doch mit. Ihr Vater habe sich schrecklich aufgeregt. „Ich könnte ausflippen, wenn ich von solchen Dingen höre. Das muss man öffentlich machen“, sagte Michael Kerpen als im seine Tochter die Geschichte präsentierte. Er setzte „sofort einen Post“ ab. „Ich war das, nicht Nora.“

Durch die folgenden „Missverständnisse“ mit dem Tierschutz, Terminschwierigkeiten für eine mögliche Tierübergabe und Finden einer Notunterkunft für den Kater, „ist dann alles nur immer noch schlimmer geworden“, sagt Nora Kerpen. 

Eltern: "Wir hoffen, dass es jetzt vorbei ist"

Vater Michael schaut seine Tochter an. „Mensch, hättest du uns ins Vertrauen gezogen. Wir hätten eine Lösung gefunden.“ Auch der Familienvater berichtet von persönlichen Anfeindungen, offen ausgesprochen oder verbreitet über die sozialen Netzwerke.

 „Nora steht für den Mist, den sie angestellt hat, jetzt gerade. Sie hat sich entschuldigt. Claudia und ich hoffen, dass es jetzt vorbei ist. Auch wenn Dahle ein Dorf ist."

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