Am Kohlberg rollen die Bagger für Windrad Nummer 4

Los geht es an Windrad Nummer vier: Ein Bagger bereitet den Aufstellplatz für den Kran vor, auch eine Montagefläche muss geschaffen werden. Foto: von der Beck

Altena - Es geht los am Kohlberg: Schweres Gerät wurde am Montag in den Wald gefahren, um zunächst den Bauplatz für Windrad Nummer vier vorzubereiten. Eine Aufstellfläche für den Kran, das Fundament, eine Fläche für die Vormontage – das ist das Erste, was passieren wird.

Wilfried Bracht, stellvertretender Vorsitzender der Initiative „Rettet den Kohlberg“, ist zuversichtlich, dass alles, was jetzt geschaffen wird, schon bald wieder rückgängig gemacht werden muss. Denn: Die Klage gegen den Bau der Anlagen ist noch nicht entschieden. Wie mehrfach berichtet, hat die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) eine Klage gegen den Märkischen Kreis auf den Weg gebracht.

Bracht berichtete gestern, dass die Kreisverwaltung inzwischen die Akten ans Gericht geschickt habe. Vertreter der Bürgerinitiative seien inzwischen in Göttingen gewesen, um diese in der Kanzlei des vom LNU beauftragten Anwalts Patrick Habor einzusehen. Dabei und auch im Gespräch mit dem Rechtsanwalt hätten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass die vom Kreis erteilte Genehmigung zum Bau der Anlagen grobe Fehler enthalte, sagte Bracht. „Wir sind deshalb guter Hoffnung, dass das Verwaltungsgericht das stoppen wird.“

Vorerst dürfen nur für vier der sechs geplanten Windräder die Vorarbeiten beginnen. Zwei Flächen sind noch nicht gerodet. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte Anfang des Jahres entschieden, dass während der Vegetationszeit am Kohlberg nicht gerodet werden darf.

Etwa 1500 Quadratmeter Wald müssen für den Bau einer Windkraftanlage weichen. Das liegt auch daran, dass die auf dem Kohlberg geplanten Anlagen mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern sehr groß sind und dementsprechende Flächen für die Montage gebraucht werden. Die Flügel solcher Anlagen würden in zwei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengebaut, erklärte Aline Wenderoth, die bei der SL Naturenergie für die Kommunikation zuständig ist. Das Unternehmen aus Gladbeck ist Bauherr der Anlagen.

SL Naturenergie hat nach eigenen Angaben rund 30 Mitarbeiter und betreibt 94 Windenergie- und 24 Fotovoltaikanlagen an 30 Standorten in NRW. Mit mehr als 150 Megawatt installierter Leistung können diese Anlagen über 90 000 Haushalte versorgen – wenn die Sonne scheint und der Wind weht.

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