Straße und Firma überflutet

Von der Flut gefangen: Mitarbeiter muss Nacht in Firma im MK verbringen

Mitarbeiter Sascha Schramm verbrachte die Nacht nach der Flutkatastrophe in der Firma Frohn in Altena.
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Mitarbeiter Sascha Schramm verbrachte die Nacht nach der Flutkatastrophe in der Firma Frohn in Altena.

Das Hochwasser setzte Sascha Schramm (44) fest. Er kam aus der Firma im MK nicht mehr weg - und musste über Nacht bleiben. Die traf die Flut hart. Der Schaden beträgt rund eine Million Euro.

Altena – Um 14.15 Uhr hätte Sascha Schramm (44) Feierabend gehabt. Aber an jenem Mittwoch arbeitete er etwas länger, „weil noch etwas zu erledigen war“. Dass es eine unfreiwillige Nachtschicht wurde, das hätte sich der Maschinenbediener wohl nicht träumen lassen.

StadtAltena
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner16.527

Es war der Tag des Jahrhundertregens (14. Juli). In der Burgstadt gab es enorme Schäden. Und Sascha Schramm, Mitarbeiter der Frohn GmbH in der Nette, kam nicht mehr aus der Firma heraus.

Von der Flut gefangen: Mitarbeiter muss Nacht in Firma im MK verbringen

„Als ich aus dem Waschraum kam, konnte ich das Gebäude nicht verlassen. Das Wasser stand kniehoch, das Treppenhaus war geflutet“, erzählt er. Der 44-Jährige rief den Betriebsleiter an, mit ihm gemeinsam überlegte er, im Verwaltungsgebäude zu übernachten. Aber: „Es war alles voller Rauch“, berichtet Sascha Schramm.

Ein Kurzschluss hatte die Heizungsanlage und Schaltschränke erwischt. Er rief die Polizei, schließlich rückte ein Löschzug der Feuerwehr aus Hemer zu Frohn aus, der die ersten Schäden in den Griff bekam.

Sascha Schramm konnte in der Firma bleiben. „Wenn man so etwas am eigenen Leib erlebt, das geht einem unter die Haut. Ich hätte keine Chance gehabt, die Nettestraße zu überqueren.“ Die war zur reißenden Flut geworden. Dort ließ ein Altenaer Feuerwehrmann an jenem Tag im Kampf gegen das Hochwasser sein Leben.

Unter Wasser: Nur einer der überfluteten Räume in der Firma Frohn in der Nette in Altena.

Frohn: Produktionsausfall von zwei Wochen

Das 1952 in Evingsen gegründete Unternehmen Frohn das seit 1968 ihren Sitz an der Nettestraße hat, wurde bei der Flut schwer getroffen. Geschäftsführer Peter Beckmerhagen beziffert den Schaden für den Hersteller von Strahlmitteln, Umform-Werkzeugen und Stahlschrotkugeln mit Hauptsitz in Altena und Standorten in den USA, Brasilien und China durch Sachschäden und Betriebsausfall auf rund eine Million Euro. „Wir hatten einen Produktionsausfall von zwei Wochen“, sagt Beckmerhagen.

Starkregen: Die Bilder aus Altena und Nachrodt

An der Elsa-Brandström-Straße in Altena liefen Keller voll.
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Ein solches Schadensbild hat der 55-Jährige noch nicht gesehen. Obwohl es bereits viele Hochwasser in Altena gab. Vorwiegend flutete die Lenne die Stadt, diesmal kam das Wasser auch aus dem Nettebach – in bisher nicht gekanntem Ausmaß. „Wir haben erst einmal ein Wochenende durchgearbeitet und einen Schlachtplan aufgestellt. Es ging um die Frage, wie man eine solche Situation bewältigt.“

Völlig verdreckt: große Teile der Produktionshallen der Firma in der Nette.

200 Tonnen Material für die Schrottpresse

Die Produktionsräume standen bis zu 50 Zentimeter unter Wasser. „Und dabei hatten wir noch das Glück, dass die Maschinen auf Sockeln stehen.“ Die Maschinen wieder in Betrieb nehmen zu können, war das eine. Rohmaterial zu bekommen, das andere. „Das ist derzeit schwierig“, sagt der Geschäftsführer.

Ein tagelanger Stromausfall kam dazu. Rund 200 Tonnen Material mussten verschrottet werden. Wichtige Kunden der weltweit tätigen Frohn-Gruppe sitzen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie. „Die werden irgendwann auch nervös.“ Es gehe jetzt darum, die Kunden zu bedienen.

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