Wegen Bauarbeiten an Schallschutz-Wand

Vollsperrung Lüdenscheider Straße: Das müssen Altenaer wissen

Die Lüdenscheider Straße soll ab dem 27. September
 voll gesperrt werden.
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Die Lüdenscheider Straße soll ab dem 27. September voll gesperrt werden.

Zwei Wochen ist die Verbindung in die Rahmede und nach Lüdenscheid dicht. Die Lüdenscheider Straße wird im Herbst voll gesperrt. Das hat heftige Folgen für die Altenaer und Pendler.

Altena – Im Ausschuss für Stadtentwicklung informierte die Stadtverwaltung über die Ende September/Anfang Oktober anstehende Vollsperrung der Lüdenscheider Straße zwischen Pott-Jost-Brücke und der Einmündung Südstraße. Dort müssen nicht sichere Schallschutz-Elemente ausgetauscht werden. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Baustelle, mit denen sich auch die Kommunalpolitiker beschäftigten.

Warum können die Arbeiten nicht in den Sommer- oder Herbstferien stattfinden?

Für den Austausch der Schallschutz-Elemente muss nicht nur die Straße, sondern auch die Bahnline gesperrt werden. Das ist für den Zeitraum vom 25. September bis zum 11. Oktober ohnehin vorgesehen, weil dann die neuen Lärmschutzwände an der Ruhr-Sieg-Strecke errichtet werden sollen.

Können die Arbeiten nicht nachts oder von der Bahnseite aus erfolgen?

Nach der Nachtarbeit fragte der SPD-Ratsherr Christoph Kerper. Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler berief sich in ihrer Antwort auf Straßen.NRW: Die Arbeiten seien kompliziert und erforderten gute Sicht, die bei einer künstlichen Beleuchtung nicht gegeben sei. Den Bahnbereich gibt die DB Netz für die Arbeiten nicht frei.

Reicht nicht auch eine halbseitige Sperrung? Schließlich musste die Straße auch nicht voll gesperrt werden, als die Stützmauer und die daran angehängten Schallschutzelemente vor rund 20 Jahren gebaut wurden.

Anweiler rechnete es den Politikern vor: Das größte Element wiegt sechs Tonnen. Um es zu bewegen, wird laut Straßen.NRW ein 50-Tonnen-Kran benötigt, der eine Auftellbreite von sechs Metern benötigt. Hinzu kommen 60 Zentimeter Schwenkbereich. Die Gesamtbreite der Straße inklusive Gehweg beträgt 7,90 Meter. Anweiler: „Wenn der Kran steht, dann passt da nichts mehr durch.“

Warum darf der Bahnübergang Steinerne Brücke, der während der Vollsperrung für Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr freigegeben werden soll, nicht auch von anderen Fahrzeugen benutzt werden?

Schon die Öffnung für Rettungsfahrzeuge sei auf erheblichen Widerstand gestoßen, sagte Anweiler und erinnerte auch daran, dass auf der Rahmedeseite über ein Privatgrundstück gefahren werden muss. Um zu gewährleisten, dass wirklich nur Feuerwehr und Polizei den Übergang nutzen, werde Straßen.NRW rund um die Uhr Sicherungsposten beschäftigen, die von der Leitstellen von Polizei und/oder Feuerwehr informiert würden, wenn sich Einsatzfahrzeuge nähern.

Nur in Höhe des Pegelhäuschens kann man sie sehen: Die Stützwand zwischen Lüdenscheider Straße und Bahn in Altena.

Die Ordnungsamtsleiterin berichtete auch, dass bereits zahlreiche Anfragen nach Sondergenehmigungen für andere Verkehrsteilnehmer bei ihr eingegangen seien. „Die müssen wir alle ablehnen“, bedauerte sie.

Was macht die MVG?

Busse können womöglich eine echte Alternative sein, wenn man während der Vollsperrung in die Rahmede oder in Richtung Lüdenscheid muss. Stand heute sei geplant, dass die Busse in Richtung Rahmedetal bis zur Steinernen Brücke fahren. Dort steigen die Fahrgäste aus und gehen zu Fuß über die Brücke und durch die Unterführung am Rahmedebach etwa 50 Meter zu einer Haltestelle, die die MVG in Höhe der ehemaligen Sparkassen-Filiale einrichten will. Dort warten dann Anschlussbusse, die auf der normalen Linienführung weiterfahren.

Wie wird umgeleitet?

Üblich ist bei Vollsperrungen in diesem Bereich eine Umleitung über Werdohl und dann durchs Versetal nach Lüdenscheid, was einen immensen Umweg bedeutet. Dennis Montag (CDU) befürchtete, dass es zu einer erheblichen Mehrbelastung des Hemecker Weges kommen wird, und zwar auch durch Lkw, die dort eigentlich nicht fahren dürfen. Dieses Verbot werde schon jetzt oft missachtet, sagte Montag und bat um entsprechende Kontrollen. 

Tobias Röbbecke (CDU) befürchtet Probleme in der Brachtenbeck. Auf jeden Fall müsse in Oevenscheid sehr deutlich darauf hingewiesen werden, dass diese Straße für Lkw nicht geeignet sei. Unter Umständen sei es sinnvoll, die Brachtenbeck während der Vollsperrung außerhalb der Bebauung zur Einbahnstraße zu erklären.

Was passiert, wenn plötzlich Lkw vor der Baustelle stehen?

Auf dieses Problem wies Jan Radix (CDU) hin, der bei Claas/Klinke arbeitet. Allein dieses Unternehmen werde täglich von bis zu 20 Lkw angefahren. Es bestehe die Gefahr, dass viele Fahrer nach dem Be- oder Entladen auf dem gewohnten Weg in Richtung Altena fahren würden. Wenn im Bereich des Kleinbahntunnels keine Wendemöglichkeit bestehe, „gibt es dort Chaos“, sagte er. Anweiler entgegnete, dass schon allein wegen der MVG-Busse eine Wendemöglichkeit geschaffen werden müsse.

Welche Auswirkungen hat die Sperrung auf den Einzelhandel?

„Mir ist bewusst, dass der Edeka und der Netto durch diese Maßnahme massive Umsatzeinbußen haben werden“, sagte Bürgermeister Uwe Kober (CDU). Die Stadt habe wirklich alles versucht, zu einer anderen Lösung zu finden – vergebens. „Wir haben keine Chance, diese Vollsperrung zu umgehen“, sagte Kober, der jetzt darauf hofft, dass es wenigstens ein bissschen schneller geht und die Straße vielleicht eher wieder freigegeben werden kann.

Ist nach 14 Tagen alles vorbei?

Nein. Nach der Vollsperrung werden noch weitere Arbeiten erforderlich sein. Dafür reicht dann aber eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung aus.

Die Sperrung ist nötig, um Schallschutz-Elemente an der Lärmschutzwand entlang der Bahntrasse an der Lüdenscheider Straße auszutauschen. Denn dort sind solche verbaut, die auch an der A3 bei Köln verbaut sind, auf die Autobahn fielen und eine Frau das Leben kosteten.

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