Volkszählung: Interviewer klopfen an die Türe

ALTENA - Die Operation Volkszählung – offiziell Zensus – läuft und läuft. Wie Helmut Wehn, zuständiger Leiter der Erhebungsstelle beim Märkischen Kreis auf Anfrage sagte, beginnen die 30 ausgesuchten Interviewer in Altena am vom Gesetzgeber festgelegten Stichtag, dem 9. Mai, mit ihrer Arbeit.

Dann werden stadtweit 3 210 Personen bis zu 46 Fragen vorgelegt, die sie entweder direkt gemeinsam mit dem Interviewer, für sich alleine zu Hause oder sogar über den PC, also online, beantworten müssen.

Altena hat dabei überdurchschnittlich viele Personen, die erfasst werden. Denn an sich ist es üblich, dass nur eine zehnprozentige Stichprobe der Bevölkerung genommen wird. Bei knapp 19 000 Einwohnern wären das nur 1 900 Haushalte gewesen. Doch bei kleinen Gemeinden habe der Gesetzgeber vorgesehen, deutlich mehr Haushaltsstichproben zu nehmen. „So ist es beispielsweise im vergleichsweise bevölkerungsmäßig ähnlich strukturierten Werdohl. Auch dort werden über 3 500 Personen befragt“, so Wehn. Kreisweit begnügt sich Zensus dagegen im Durchschnitt mit zwölf Prozent der Bevölkerung.

30 Personen haben sich in Altena bereit erklärt, als Interviewer von Haus zu Haus zu gehen. Sie erhalten dafür „mindestens 250 und maximal 750 Euro“, wie Wehn sagte.

Unvorbereitet wird niemand an den Haustüren stehen, denn die Interviewer müssen sich anmelden, einen Befragungstermin mit dem Bürger abstimmen. Antworten muss im übrigen jeder (nur die Frage zur Religionszugehörigkeit ist freiwillig) unter anderem zum möglichen Migrationshintergrund, der schulischen und beruflichen Ausbildung. Allerdings werden zum Beispiel grundsätzlich immer alle Bewohner eines ausgesuchten Hauses befragt. Das geht im Einzelfall vom Baby bis zum Greis, denn das mache schon allein den Sinn der so genannten Haushaltsstichprobe aus, sagt Wehn.

Der Zeitaufwand, den sich Interviewer und Befragte nehmen müssen, ist sicherlich unterschiedlich. Es können im Idealfall fünf oder sechs Minuten sein, aber die Zeitspanne kann auch deutlich darüber liegen.

Am 9. Mai beginnt die Befragung und soll in den Monaten Juni und Juli weiter gehen. Damit die 30 Frauen und Männer aus Altena optimal für ihren Job geschult sind, werden sie Helmut Wehn und seine Mitarbeiterin Heike Homann am 5. April ab 17 Uhr im Rathaus speziell einweisen.

Die ermittelten Zahlen, Daten und Fakten gehen an das Statistische Landesamt in Düsseldorf. Dort wird alles ausgewertet und vermutlich nach 18 Monaten druckreif vorliegen. Besonders für Städte wie Altena sind dann die Erhebungen wichtig: Denn bei Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern stellt sich die Frage nach der Höhe der Schlüsselzuweisungen, nach Wahlberechtigten oder zum Beispiel, ob die Stadt noch ein eigenes Jugendamt unterhalten darf.

Noch ein Hinweis: Gebäude- und Grundeigentümer werden zeitgleich zusätzlich befragt. Dabei gilt aber eine Quote von 100 Prozent. Hier werden Fragen rund ums Eigentum und seinen momentanen Zustand sowie Fragen zu Energieeinsparungen oder Heizungsanlagen gestellt. Auch hier gilt: Der Bürger muss antworten!

von Johannes Bonnekoh

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