Volker Richter sammelt seit Kindesbeinen Modellautos

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Volker Richter sammelt Lkw-Modelle.

ALTENA - Benzin und Diesel liegen in der Luft, wenn Volker Richter täglich seinem Beruf nachgeht. Der Altenaer arbeitet als Betriebsleiter beim örtlichen Baubetriebshof in der Brachenbeck.

Benzin- und Dieselfahrzeuge lassen den 53-Jährigen auch in seiner Freizeit nicht los. Denn der Burgstädter sammelt seit seiner Kindheit Modellautos. Große und kleine Nutzfahrzeuge, Bagger sowie Baufahrzeuge aller führenden deutschen und internationalen Hersteller.

„Tja, irgendwie hat es mich als Kind gepackt“, erzählt er heute und greift in eine Vitrine hinter dem Schreibtisch. Denn auch am Arbeitsplatz umgibt er sich mit einem Ausschnitt seiner Sammlung. Das kleine Fahrzeug, was er jetzt in der Hand hält, ist etwas demoliert. „Das war ich als Kind, die Macke ist nicht so schlimm. Aber früher habe ich alles noch beklebt, das ärgert mich heute richtig“, gibt der Familienvater zu.

Heute verwahrt Volker Richter in seinem Arbeitszimmer wohl an die 100 Fahrzeugminiaturen. Übersichtlich in einer Vitrine an der Kopfseite des Büros ziehen sie beim Besuch des Bauhofs-Chefs sofort jeden Blick des Betrachters auf sich. „Das sind die sichtbaren Modelle“, sagt der Altenaer. „Zu Hause habe ich natürlich noch viel mehr.“

Wer im Büro mehr als nur einen flüchtigen Blick riskiert, entdeckt augenblicklich wahre Schätze: Sattelzüge, Laster, Bagger, Kipper, Raupen, Dampfwalzen... „Alles ist geordnet, ich könnte auf Anhieb sagen, was für ein Typ Fahrzeug das ist“, sagt der 53-Jährige.

Interessant in diesem Zusammenhang: Volker Richter besitzt nur Fahrzeuge aus Kunststoff. „Ich sammle keine Metallautos. Kunststoff ist viel detailreicher“, sagt er und holt noch einmal vorsichtig den hinlänglich bekannten Unimog aus der Vitrine. Vorne ist ein Schneepflug angeschraubt, der sich bewegen lässt. Und auch der Greifarm am Heck oder die Kippfläche selbst lassen sich bewegen. „Da muss man schon vorsichtig sein, sonst bricht schnell etwas ab. Aber das findet man nicht bei Metall-Modellen.“ Die seien zwar auch – wie die Kunststoff-Autos – gespritzt. „Aber irgendwie viel gröber“, sagt der Sammler. Bis zu 200 Einzelteile haben seine Fahrzeuge – „und viele habe ich sogar selbst zusammen gebaut.“

Besondere Blickfänge im Büro des Sammlers gibt es viele. Und zu jedem seiner orange-gelben oder anders farbigen Fahrzeuge könnte Volker Richter eine kleine Geschichte erzählen.

Irgendwie wüssten mittlerweile alle Freunde und Bekannte, dass ihn dieser Sammel-Virus befallen habe. Viele brächten ihm deshalb schon mal ein Modell mit, das dann entweder zu Hause in den Fundus wandert, oder im Büro hinter Glas kommt und fest verschlossen wird.

Doch auch Richter weiß: Als Sammler kommt heute niemand mehr ohne das Internet aus. Entweder zum Kontakt aufnehmen mit Kollegen, aber auch für das Ersteigern, beispielsweise über Ebay. So nebenbei lässt er fallen, dass es in Altena „noch ganz andere Sammler gibt als mich. Die haben viel, viel mehr anzubieten und zu zeigen.“

Und was macht für Richter, der neben seinen Sandkasten-Lkw von einst natürlich auch hochmoderne Bauhof-Fahrzeuge besitzt, wie sie jetzt aktuell von seinen Mitarbeitern auf den Straßen der Burgstadt gefahren werden, den Reiz der Modellautos aus? Er wiederholt sich: „Es ist die Authentizität, die mich reizt. Sehen sie diesen Lkw. Sie sagen vielleicht, ein Lastwagen. Aber: Der Spoiler ist wie im Original. Die Nachbildung des Tankstutzens ist gut zu erkennen. Ich könnte noch viel mehr sagen.“ – Und da kommt sie wieder durch, die Liebe zum Sammeln, zum Auto, zum Beruf, ja zum Hobby.

Preiswert ist das Sammelfieber im Übrigen nicht. Modelle kosten schon deutlich mehr als 20 Euro und die Hersteller wissen schon, was Sammler bereit sind zu bezahlen. „Für mich ist jedes Modell irgendwie besonders. Es besitzt einen individuellen Charakter und weckt die Leidenschaft an der wirklichen Welt in mir“, schmunzelt Volker Richter.

Selbst mal auf dem Bock eines Lastwagens zu sitzen, das reizt auch Volker Richter. „Doch“, so muss er einräumen, „besitze ich nicht den Lkw-Führerschein. Es bleibt wohl beim Traum“.

Und vorsichtig, ganz vorsichtig, stellt er ein kleines orange-gelbes Modell zurück in seine Bürosammlung. Noch hat er hier einige freie Leisten und als Sammler „ist und bleibt man irgendwie immer auf der Suche“.

von Johannes Bonnekoh

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