Vogelspinne flößt Respekt ein

Altena ▪ Wer Angst vor dem hat, was da „kreucht und fleucht“, der hätte sich an beiden Osterfeiertagen im Haus Lennestein wahrscheinlich unwohl gefühlt: Dort wimmelte es nur so von Schlangen, Spinnen und Reptilien.

Das Familienunternehmen Hein aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern war mit seiner „Reptilienschau“ zu Gast in Altena. In rund 30 Terrarien, zwei Freigehegen und zwei nur von außen einsehbaren Gehegen wurden exotische Tiere ausgestellt, die man im heimischen Sauerland eher selten beziehungsweise gar nicht zu Gesicht bekommt. So zum Beispiel auch die vier Würgeschlangen, die sich in einem der beiden Gehege aufhielten. Es handelte sich dabei um Tigerpythons, die eine Länge von bis zu acht Metern erreichen können. Einer der Pythons brachte es bereits auf stattliche fünf Meter. Er war weiß und gelb gestreift. „Das ist ein sehr seltenes Exemplar“, erklärte Schausteller Tassilo Hein. „Es ist ein Albino.“

Der Andrang rund um das Schlangengehege war groß. Einer der Pythons ließ sich gerne auf den Arm nehmen beziehungsweise um den Hals legen. Und über zu wenige Streicheleinheiten musste sich das sehr neugierige Tier nicht beklagen. Auch eine etwa handtellergroße Vogelspinne war zu sehen. Sie wurde von den Gästen mit größtem Respekt betrachtet. Nur die wenigsten von ihnen trauten sich, sie einmal auf die Hand zu nehmen. Da spielte wohl auch der sogenannte „Ekelfaktor“ eine nicht unerhebliche Rolle.

Auch ein zahmer Leguan begeisterte die Gäste, insbesondere die kleinen. Ihn konnte man auf den Arm nehmen und mal so richtig „knuddeln“. Das schien das Tier ganz offenbar zu genießen. Es krabbelte gern einmal über Arme und Schultern bis hinauf zum Kopf, wo es sich dann ausgiebig mit den Haaren des jeweiligen Interessenten beschäftigte.

Es gab noch Schaben, Tausendfüßler, bolivianische Baumspinnen und auch Kröten zu sehen. Eine bunte Mischung aus der Welt der Reptilien und Spinnen.

Die Mitglieder der Familie Hein sind bereits seit mehreren Generationen als Schausteller tätig. Sie traten noch vor der Wende als Artisten in einem großen ostdeutschen Zirkus auf. In der Folgezeit widmeten sie sich dem Marionettenspiel. Vor rund fünf Jahren begann dann die jetzige Generation mit der Präsentation exotischer Tiere. „Es sind alles Nachzuchten“, so Tassilo Hein. „Alle wurden von Menschenhand aufgezogen.“ Mit der Pflege und dem Transport der Tiere gibt sich die Familie Hein alle erdenkliche Mühe. So werden die Tiere in einem Spezialfahrzeug transportiert, welches es erlaubt, die Terrarien auch während der Fahrt warm und beleuchtet zu halten.

Susanne Felker besuchte mit ihren Kindern Marina (9) und Elena (6) die Veranstaltung. „Mir gefällt es sehr gut, und die Kinder sind begeistert“, sagt sie. Und Marinas Lieblingstier? „Die Schlange, die ist cool.“ Auch Sandra und Stephan Bettinger haben den Weg von Letmathe in den Lennestein nicht bereut. „Es ist sehr interessant“, sagt Stephan Bettinger. „Hier gibt es so viele Tiere zu besichtigen. Viele von ihnen habe ich noch nicht einmal in einem Zoo gesehen.“

Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht, und die Familie Hein demzufolge mit der Resonanz auch zufrieden.

Von Hartwig Bröer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare