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Virtuelles Hochwasser: Lennepegel liefert falsche Werte

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Von: Thomas Bender

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Etwa so hätte die Lenne beim online angezeigten Pegelstand aussehen müssen.
Etwa so hätte die Lenne beim online angezeigten Pegelstand aussehen müssen. © Susanne Fischer-Bolz

Tage wie der vergangene Donnerstag enden für viele Anwohner der Innenstadt mit einem Blick ins Internet. Dort informieren sie sich über den Wasserstand der Lenne – schließlich will niemand nachts aufstehen, um sein Auto in Sicherheit zu bringen.

Altena – Am Donnerstagabend schien Handeln angesagt: Es hatte fast den ganzen Tag lang heftig geregnet, der Wasserstand stieg innerhalb von zehn Stunden um einen Meter. Gegen 18.30 Uhr wurde vom Pegel Altena online ein Wasserstand von 1,90 Metern gemeldet. Dann gab es einen leichten Rückgang, bis die Lenne dann wieder stieg und einen Pegelstand von etwa 2,10 Metern erreichte. Nicht weiter schlimm, aber sein Auto sollte man dann doch in Sicherheit bringen.

Wer das tat, der wird sich verwundert die Augen gerieben haben: Die Lenne stand nicht da, wo sie bei einem Wasserstand von 2,10 Meter eigentlich stehen müsste, nämlich kurz vor dem Überschwappen auf die tiefste Stelle der Lenneuferpromenade. In der Realitiät fehlte tatsächlich gut ein halber Meter. „Der Pegel Altena meldet seit Donnerstag falsche Werte“, bestätigte Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbandes in Essen, am Freitagvormittag.

Beim Ruhrverband gibt es eine Talsperrenleitzentrale, in der rund um die Uhr die Wasserabgabe aus den acht Talsperren des Verbandes reguliert wird. Dazu werden nicht nur die Daten von 47 eigenen Pegeln ausgewertet, sondern auch die anderer Betreiber wie dem Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv), dem der Pegel in Altena gehört. Seine Werte können wie die vieler anderer Pegel auch online abgerufen werden.

Dass mit dem Pegel Altena irgendwas nicht stimmen konnte, fiel beim Ruhrverband schon in der Nacht auf, als das sogannte „Systembild Lenne“ aktualisiert wurde. Dort sind alle für die Lenne relevanten Daten zusammengeafsst. Dazu gehören neben den Füllständen der Bigge und der Versetalsperre sowie deren Zulauf und Wasserabgabe auch die Daten von insgesamt acht Pegeln. Als deren Werte um 3 Uhr morgens eingegeben wurden, fiel sofort eine starke Abweichung des Pegels Altena auf.

Der Ruhrverband arbeitet mit der Wasserführung, die in Kubikmeter pro Sekunde angegeben wird. Ein Wasserstand von 2,10 Meter am Pegel Altena entspricht ungefähr 130 Kubikmeter/Sekunde, die auch in das Systembild eingetragen wurden, und zwar mit dem Hinweis „Meldegrenze überschritten“.

Allerdings: Flussaufwärts wurden vom Pegel Rönkhausen gerade mal 49,3 Kubikmeter/Sekunde gemessen, flussabwärts waren es in Hohenlimburg 86. „Wir haben umgehend das Lanuv in Kenntnis gesetzt“, sagt Rüdel. Inzwischen stimmen die Daten zum Wasserstand wieder.

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