Vinzenz-Vital kündigt Verträge

Die Zukunft von Vinzenz-Vital ist noch ebenso ungewiss wie die des Krankenhauses in Altena.

ALTENA ▪ Sie hält die fristlose Kündigung in den Händen und ist völlig entsetzt: „Wo sollen wir denn jetzt hin?“, fragt Marianne Birkelbach. Die 62-Jährige hat einen Fitnessvertrag mit Vinzenz-Vital abgeschlossen – dreimal pro Woche treibt sie dort zusammen mit ihrem Mann Gesundheitssport. Jetzt hat ihr das Medizin- und Sport-Studio am St. Vinzenz Krankenhaus zum 31. März gekündigt.

„Ich habe keine andere Wahl“, erklärt Vinzenz-Vital-Geschäftsführerin Sigrun Blauth auf Anfrage. Ihr Mietvertrag, den sie mit dem St. Vinzenz-Krankenhaus vor fünf Jahren abgeschlossen hat und der Ende Dezember um drei Monate verlängert worden ist, laufe aus. „Ich weiß ja nicht, wie es weitergeht“, sagt sie und meint die Zukunft des Krankenhauses. Sie gehe zwar davon aus, dass es nicht zu einer Schließung komme, aber sie wisse es eben nicht definitiv. Und so müsse sie handeln und Kündigungen aussprechen, damit Patienten und Gesundheitssportler nicht am 1. April vielleicht vor verschlossener Tür stünden.

Auch ihren acht Mitarbeitern hat Sigrun Blauth gekündigt. Denn: „Ich weiß bis heute nicht, was wird. Und wenn das Krankenhaus nicht weitergeführt wird, kann auch ich an dieser Stelle nicht mehr existieren“, verdeutlicht sie. Sie hätte immer zum Krankenhaus gehalten und sich für dessen Erhalt stark gemacht. Sonst hätte sie auch Ende Dezember ihren Vertrag nicht verlängert. Und so habe sie auch immer wieder ihre Mitarbeiter motiviert, sich nicht nach einer neuen Stelle umzusehen. „Die vergangenen Monate waren wirklich nicht einfach“, versucht Blauth ihre Lage zu beschreiben. „Uns wird einfach was weggenommen, ohne dass wir etwas falsch gemacht haben.“

Wie berichtet, könnte am Dienstag bekannt werden, wer die Trägerschaft über das Krankenhaus übernimmt. Dann wird sicher auch bald geklärt, wer das Vinzenz-Vital weiter betreibt. Sigrun Blauth hat sich darum beworben, es gibt aber mehrere Interessenten.

Franz Jörg Rentemeister war gestern für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen, er befindet sich bis Dienstag im Kurzurlaub. ▪ Von Ilka Kremer

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