St. Vinzenz: Rückendeckung für den Chef

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Ulrich Schell (l.) und Thomas Roberg stehen hinter Krankenhaus-Geschäftsführer Franz-Jörg Rentemeister. ▪

ALTENA ▪ Im Internet bekommt SPD-Chef Matthias Bergfeld gute Noten für seinen Vorstoß in Sachen Krankenhaus: Begrüßenswert sei es, wenn dieses Thema wieder aus der Versenkung geholt werde, heißt es auf come-on.de. Ganz anders sieht das Wilfried Ramsbott, der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins: „Er spielt mit der Angst der Bevölkerung“, schreibt er in Richtung des SPD-Vorsitzenden. Von Thomas Bender

Ähnlich kritisch äußerte sich die Mitarbeitervertretung (MAV) des Hauses: „Wenn es etwas Neues und für die Bürger Interessantes zu verkünden gibt, werden sie es sicherlich sofort erfahren“, schreiben MAV-Vorsitzender Ulrich Schell und sein Stellvertreter Thomas Roberg in einer gemeinsamen Stellungnahme. Es sei „für die Mitarbeiter sehr verwunderlich, dass immer wieder versucht wird, von außen Unruhe ins Krankenhaus zu tragen“. Bergfelds Aktion erwecke den Eindruck, er nutze die Krankenhaus-Situation, um sich selbst ins Rampenlicht zu stellen. Seine Äußerungen werten die Mitarbeiter als „Angriff“.

Große Stücke halten die Mitarbeiter auf ihren neuen Geschäftsführer Franz-Jörg Rentemeister: Sie bescheinigen ihm „offene und ehrliche Arbeit“. Damit habe er es geschafft, den zutiefst beunruhigten Mitarbeitern wieder Hoffnung zu geben.

Dass Rentemeister nach etwas mehr als zwei Monaten Arbeit für das St. Vinzenz-Krankenhaus noch kein fertiges Konzept vorlegen könne, liege auf der Hand: Es gehe schließlich nicht „um irgendeine Pommesbude, die es zu sanieren gilt, sondern um ein Krankenhaus, wo vieles doch etwas komplexer ist“.

Ausdrücklich wiesen Schell und Roberg gestern darauf hin, dass eine Schließung zum 31. Dezember 2010 für Rentemeister nie ein Thema gewesen sei. Weil der neue Geschäftsfüher die Mitarbeitervertretung sehr regelmäßig und umfassend informiere, wisse er, dass bereits Entscheidungen für den Betrieb des Krankenhauses im Jahr 2011 getroffen worden seien, betonte Schell.

Dass Rentemeister nicht an die große Glocke hänge, mit wem er gerade über was verhandele, verstehe sich bei einem so sensiblen Thema von selbst. „Man muss ihm einfach die Zeit geben, das alles vernünftig auf den Weg zu bringen“, sagte Schell gestern. Roberg betonte, dass die MAV bei aller Zufriedenheit mit dem neuen Chef „durchaus kritisch“ beobachte, was im Detail passiere.

„Kleine Schläge gegen das Krankenhaus“ seien Aktionen wie die von Bergfeld, warnen die beiden Personalvertreter. Sie hätten zur Folge, dass die Patienten verunsichert seien und sich lieber anderen Häusern zuwenden würden. Auch auf das Fachpersonal habe das Auswirkungen, mancher suche nach einer neuen Stelle, was angesichts des Personalmangels beispielsweise im Klinikum in Hellersen kein Problem sei – „die brauchen da nur zu klingeln“. Im Moment haben Krankenhaus und Pflegeheim noch 220 Mitarbeiter.

„Wir wissen auch, dass das Krankenhaus noch lange nicht gerettet ist“, betonen Schell und Roberg, um im gleichen Atemzug zu sagen: „Wenn Herr Rentemeister das nicht schafft, dann schafft das keiner“. Wichtig sei, „ihm Zeit zu geben, um das vernünftig auf den Weg zu bekommen“.

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