St. Vinzenz-Krankenhaus baut neue Abteilung auf

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Vinzenz-Chefarzt Jens Linderhaus stellte die Planungen der neuen Abteilung vor.

ALTENA - Gute Nachrichten für das St.-Vinzenz-Krankenhaus und für die Stadt. An der Bornstraße ist man dabei, eine Altersmedizinische Abteilung aufzubauen. Das berichtete Chefarzt Jens Linderhaus am Donnerstagabend bei einem Vortrag in der Burg Holtzbrinck. Einer der ersten, der sich offen darüber freuen konnten, war Wilfried Ramsbott als Vorsitzender des Krankenhaus-Fördervereins: „Die St.-Vinzenz-GmbH wird weiter bestehen – und wie es aussieht, sogar noch erweitert.“

Um über eben diese Ausdehnung des Leistungsspektrums zu berichten, war der Chefmediziner eingeladen worden. Für die Stadt und ihre Altersstruktur sei diese Ergänzung wichtig, sagte Linderhaus. „Frührehabilitation in der Altersmedizin“ lautete der Titel seines Vortrages. Die Weichenstellung für den Aufbau der neuen Abteilung sei bereits im September vergangenen Jahres erfolgt, gewährte der Chefarzt einen ersten Blick hinter die Kulissen.

Wie nicht anders zu erwarten, war vor den ersten praktischen Schritten zunächst einmal „sehr viel Papierkram“ notwendig. Von den Mitarbeitern sei aber der Aufbau des zusätzlichen Standbeines rasch angenommen und gut umgesetzt worden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das anderswo so gut geklappt hätte“, richtete Linderhaus ein dickes Lob an das Vinzenz-Personal.

„Wir können nicht gegen die Natur arbeiten“, zog Linderhaus eine Grenze der medizinischen Leistungsfähigkeit allgemein, „aber wir können ihr ein Schnippchen schlagen.“ Erkrankungen und ihre Folgen könnten durch moderne Medizin, bei der ein Patient auch ganzheitlich betrachtet werde, „verschoben“ werden. Die Teilhabe eines Menschen am aktiven Leben werde dadurch verlängert. Wesentlicher Effekt: Erhaltung der Lebensqualität.

Die Geriatrie (Altersmedizin) ruhe auf drei Säulen, so Jens Linderhaus: Innere Medizin zum einen, Tests zur Erkennung von Defiziten und Zusammenarbeit der medizinischen Disziplinen zum anderen und schließlich die Behandlung von „Fähigkeitsstörungen“, um einem Patienten ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen. In wöchentlichen Teamsitzungen werden an der Bornstraße Behandlungsfortschritte, notwendige Veränderungen der Therapie und Abschlussberichte mit Empfehlungen für die Hausärzte besprochen.

Gegenwärtig, so der Chefarzt, sei es „im Wesentlichen“ eine Station, die die neuen Aufgaben schultert. Sein Ziel sei es aber, letztlich einen eigenen Trakt für die Altersmedizin zu haben. Er bemühe sich in diesem Zusammenhang auch um mehr Betten. Bundesweit liegt die durchschnittliche Verweildauer in der Geriatrie bei 16 Tagen. „Wir sind gerade erst gestartet“, sagte Linderhaus zum Abschluss, „und liegen vielleicht noch etwas darüber.“

von Thomas Keim

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