St. Vinzenz: Es geht nur mit der Fusion

ALTENA ▪ Im Bundesanzeiger ist in diesen Tagen die Bilanz des Krankenhauses für das Jahr 2008 veröffentlicht worden. Das damalige Geschäftsjahr schloss mit einem Fehlbetrag ab, der mit 442 000 Euro angegeben wird.

Während das nicht überraschend ist, lassen einige Anmerkungen der damaligen Geschäftsführerin Bettina Schmidt doch aufhorchen. In ihrem Prognose- und Risikobericht schreibt sie mit Hinweis auf die ab 2010 zu erwartenden Probleme: „Daher hat die Geschäftsführung ein Konzept zur strukturellen Umwandlung des Krankenhauses zur Genehmigung erstellt. Dieses Konzept, welches u.a. die krankenhausrechtliche Fusion mit der Krankenhaus Plettenberg gem. GmbH vorsieht, wurde in Vorgesprächen mit den Kostenträgern erörtert und abgestimmt. Es gilt nun, mit den Kostenträgern über die Realisierung des Konzeptes zu verhandeln. Nur so kann aus Sicht der Geschäftsführung die Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses gesichert werden“. Das schrieb Schmidt Ende August 2009, im Juni 2010 gab die Gesellschafterversammlung der St. Vinzenz-GmbH grünes Licht für den Jahresabschluss und damit auch für diese Ausführungen der ehemaligen Geschäftsführerin.

Schmidt erläutert auch die möglichen finanziellen Folgen einer Schließung des Hauses: „Die Sonderposten aus Fördermitteln nach dem KHG (Krankenhausgesetz) unterliegen einer bedingten Rückzahlungsverpflichtung.“ In der Bilanz taucht dieser Posten mit 16,4 Mio. Euro auf – wie viel davon tatsächlich zurückgezahlt werden müsste, kann aber heute niemand sagen. Schmidt: „Die Rückzahlungsverpflichtung ist beschränkt auf den Liquidationswert der mit den Fördermitteln beschafften Anlagegüter“. Im Klartext: Es bliebe abzuwarten, zu welchem Preis das Gebäude nach einer Auflösung der GmbH veräußert werden könnte.

Übrigens: Der Fehlbetrag n 2008 wird von Bettina Schmidt mit gestiegenen Personal- und Energiekosten erklärt. ▪ ben.-

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