Vier Wochen ohne Regen: Feuerwehr warnt vor Waldbrandgefahr

Natur schon wieder rappeltrocken

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Thomas Meier vom Altenaer Bauhof gießt eine frisch eingesäte Blumenwiese am Rathaus.

Altena – Noch nicht einmal acht Liter Regen pro Quadratmeter sind in den vergangenen vier Wochen gefallen – das hat der Deutsche Wetterdienst an seiner Station in Lüdenscheid gemessen. Üblich sind zu dieser Jahreszeit über 50 Liter. Seit dem 20. März hat es nur an drei Tagen geregnet, an zwei davon aber nur ganz leicht. Nur am 29. März fiel mit etwas über fünf Litern pro Quadratmeter nennenswerter Niederschlag.

 Die Folge: Die Natur ist schon wieder rappeltrocken. Die Gärtner des Bauhofes mussten deshalb in den vergangenen Tagen die gerade frisch eingesäten Blumenwiesen zum ersten Mal gießen – sehr ungewöhnlich für den Monat April.

Der Lennepegel beträgt aktuell 30 Zentimeter, das bedeutet Niedrigwasser. Auch das ist für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich. Sorgen bereitet das trockene Wetter nicht nur Förstern und Landwirten, sondern auch der Feuerwehr. Die Waldbrandgefahr nimmt nämlich zu, in einigen Teilen Deutschlands ist schon die vierthöchste der insgesamt fünf Warnstufen erreicht. NRW steht noch auf Stufe drei, aber Wehrführer Alex Grass hat sich trotzdem schon mal umgeschaut im Wald. Dabei hat er zum einen festgestellt, dass die Löschteiche gut gefüllt sind.

Zum anderen musste er aber auch registrieren, dass an manchen Stellen nach Forstarbeiten große Mengen Astwerk im Wald liegen geblieben sind. Das sei inzwischen völlig vertrocknet und brenne wie Zunder, sorgt sich der Leiter der Altenaer Feuerwehr. Auch sonst gibt der Zustand der Wälder mit ihren vielen vom Borkenkäfer befallenen Fichten Anlass zu ernster Sorge.

Auch diese Bäume sind größtenteils vertrocknet. Hinzu kommt: In den Wäldern ist wegen des guten Wetters und der Corona-Krise im Moment mehr los als sonst. Grass appelliert eindringlich: „Alle Waldbesucher sollten dringend die gängigen Vorsichtsmaßnahmen einhalten.“ Das bedeutet: Kein Feuer anzünden, nicht grillen, nicht rauchen und auch keine Glasflaschen wegwerfen.

Grass hofft, dass es nicht wieder zu einer solchen Serie von schweren Waldbränden kommt wie im Trockenjahr 2018. Damals kämpften bis zu 500 Feuerwehrleute gegen schwere Waldbrände am Wixberg und im Bereich Toter Mann. Seitdem hat die Altenaer Feuerwehr ihre Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden optimiert.

Der Löschzug drei (Rosmart/Rahmedetal/Drescheid) hat sich auf diese Einsätze spezialisiert. Er verfügt über zwei Tanklöschfahrzeuge mit jeweils 3000 Liter Wasser an Bord, mit Hilfe eines anderen Fahrzeugs kann während der Fahrt zügig eine 320 Meter lange Schlauchleitung verlegt werden. Zur Waldbrandausstattung gehören auch spezielle Löschrucksäcke, mit denen Feuerwehrleute Wasser in den Wald tragen können, um kleine Brandstellen abzulöschen.

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