Viele Neuzugänge sichern den Brandschutz

VDM-Feuerwehr übt den Kriechgang

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Sieht ein bisschen aus wie Ententanz, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund: Der Kriechgang ermöglicht es Feuerwehrleuten, sich einigermaßen sicher in verrauchten Räumen zu bewegen.

Altena - Bei VDM Metals wird viel mit Chemikalien hantiert. Das ist nicht ungefährlich, das Werk Altena gilt deshalb als sogenannter Störfallbetrieb und muss eine eigene Werksfeuerwehr vorhalten.

Über den Brandschutz wacht die Bezirksregierung nicht nur bei den Kommunen, sondern auch in der Industrie. Auch sie muss Einsatzzeiten und -stärken nachweisen. Das fiel VDM Metals zuletzt nicht mehr ganz leicht, woraufhin firmenintern kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. Ergebnis: Die Zahl der Feuerwehrleute im Werk Altena stieg auf 60 an, von denen im Moment einige ihre Grundausbildung durchlaufen.

Da es sich nicht um eine freiwillige Feuerwehr handelt, können die VDM-Brandschützer auch während ihrer Arbeitszeit üben – zum Beispiel gestern Morgen im Kleff. Kriechgang stand dort auf dem Stundenplan. Diese Fortbewegungsart wird angewendet, wenn Feuerwehrleute in stark verrauchte Räume vordringen müssen. Im weiteren Tagesverlauf lernten die angehenden Feuerwehrleute noch die Drehleiter der Altenaer Feuerwehr kennen. – zur Grundausbildung gehört es auch, dass man eine solche Leiter mal erklommen hat.

Der Besuch der Feuerwache bei der VDM-Wehr zeigt auch die enge Verbundenheit der beiden Wehren. Zwar steht jede für sich, die 60 VDM-Feuerwehrleute werden nicht mitgezählt, wenn die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr Altena ermittelt wird. Trotzdem ist die natürlich vor Ort, wen die VDM-Wehr mit Einsätzen im Werk Linscheid alleine nicht klar kommt. Umgekehrt unterstützt die Werksfeuerwehr ihre Kollegen bei Großeinsätzen oder auch dann, wenn sie wie zuletzt bei der Jahresdienstbesprechung nur beschränkt einsatzfähig ist. „Wir haben die Kameraden von VDM auch angefordert, als 2017 das Wohnhaus auf dem Nettenscheid gebrannt hat“, blickt Wehrführer Alex Grass zurück. Am Linscheid steht nämlich das größte Tanklöschfahrzeug in Altena. Es fasst 4000 Liter Wasser.

Die gute materielle Ausstattung hat bei der VDM-Wehr Tradition: Sie wurde schon 1886 gegründet, damals als Werksfeuerwehr von Basse und Selve – ein Unternehmen, das nach dem Ersten Weltkrieg auch Feuerwehrautos baute. Eins davon wurde bis vor einigen Jahren im Werk ausgestellt, dann aber einem Museum überlassen.

Heute verfügt die VDM-Wehr nicht nur über zwei Löschfahrzeuge und einen Einsatzleitwagen, sondern auch über einen von der Altenaer Feuerwehr übernommen Unimog, mit dem die umfangreiche ABC-Ausrüstung transportiert wird: Bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen und Gütern arbeitet die Werksfeuer eng mit den entsprechenden Trupps der Altenaer Feuerwehr zusammen, auch bei der Ausbildung. Aber auch Boot fahren müssen VDM-Feuerwehrleute üben: Eine „lennetaugliche“ Ölsperre gibt es nur bei ihnen. Deshalb kommen sie seit Jahrzehnten auch bei allen größeren Gewässerverunreinigungen in Altena zum Einsatz.

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