Viele Krankenpfleger haben Grippe

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Grippe allerorten – wenn die Krankheit ohnehin schon geschwächte Menschen tritt, ist eine stationäre Behandlung oft notwendig. Das führt dazu, dass im Vinzenz-Krankenhaus alle Betten belegt sind.

Altena - Wegen einer Grippe muss keiner ins Krankenhaus – auch dann nicht, wenn die Krankheitsverläufe heftiger als sonst sind, wie das bei der aktuellen Grippewelle der Fall ist.

„Wenn das dann aber Menschen trifft, die wegen einer Vorerkrankung ohnehin geschwächt sind, dann ist eine stationäre Behandlung oft angesagt“, sagt Elisabeth Degener. Die Pflegedienstleiterin des St. Vinzenz-Krankenhauses weiß im Moment nicht, wo ihr der Kopf steht.

„Planmäßig“ hat das Altenaer Krankenhaus 84 Betten. Etwa 100 sind zur Zeit belegt. Das ist zunächst mal kein Problem, weil nach dem Bettenabbau der vergangenen Jahre freie Kapazitäten zur Verfügung stehen – so zum Beispiel auf der Station 2b, die nur zum Teil von der neuen Palliativstation beansprucht wird.

Aber: Mehr Patienten bedeuten auch mehr pflegerischen Aufwand. Gleichzeitig geht die Grippewelle auch an den Beschäftigten des Krankenhauses nicht vorbei. Es gebe Tage, da fehlten auf einzelnen Stationen von sechs Pflegekräften einer Schicht vier, schilderte Degener am Montag, 2. März, . Dann werde zunächst durch interne Regelungen versucht, die Lücken zu füllen. Das sei aber zunehmend schwierig, weil der aktuelle Grippevirus ein besonders hartnäckiger sei: „Normalerweise fällt man mit einer Grippe ein paar Tage aus. Jetzt sind die Mitarbeiter oft zwei, drei Wochen krank“, schildert die Pflegedienstleiterin. Es trifft übrigens auch diejenigen Schwestern und Pfleger, die sich impfen ließen – der Schutz scheint in diesem Fall begrenzt zu sein.

Mit den eigenen Kräften ist die Situation im Krankenhaus deshalb inzwischen nicht mehr zu stemmen. Vor allem für Bereiche, die eine Zusatzqualifikation erfordern wie zum Beispiel die Intensivstation, müsse man inzwischen auch externes Personal anheuern, erklärt Degener.

Dazu gibt es Firmen wie „nurse to rent“ (deutsch: Krankenschwester zu mieten), auf deren Angebot das St. Vinzenz-Krankenhaus in solchen Fällen zurückgreift. Allerdings: In anderen Krankenhäusern sieht es nicht besser aus, die „Mietkrankenschwestern“ sind nahezu ausgebucht.

Von Thomas Bender

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