Neujahrsempfang und Bürgerpreisverleihung an Frank Nielsen

Vielleicht dürfen sich der SGV-Singkreis und Bürgerpreisträger Frank Nielsen im Herbst im Fernsehen bewundern: Ein Filmteam des NDR begleitete den Neujahrsempfang, weil es in einer Dokumentation zum Thema Hass auch über den Bürgemeister berichten wird.

Altena - Wappenteller, Urkunde und ein Strauß Blumen für die Gattin – mehr kann sich die Stadt nicht leisten für den Bürgerpreis, der seit 19 Jahren im Rahmen des Neujahrsempfangs vergeben wird. Die Baugesellschaft legt dann noch ein kleines Präsent obendrauf.

Wer geehrt wird, entscheiden die Vorsitzenden der Ratsfraktionen. Ihre Wahl fiel in diesem Jahr auf Frank Nielsen. Der sei einerseits „Vollblutmitglied“ des Vorstandes der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, lobte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein in seiner Laudatio. Als Adujdant trage er die Hauptlast für die Organisation des Schützenfestes. „Das ist ganz viel Arbeit“, weiß der Bürgermeister und berichtete von Verhandlungen mit Schaustellern und Musikern und Überlegungen, wie der Festablauf optimiert werden könne.

Eher im Verborgenen wirkt der Verein für bürgerschaftliches Engagement. Deshalb blieb bislang unbemerkt, dass Nielsen sich auch dort engagiert und Ideen zur Entwicklung der Innenstadt beitrug. Rein praktisch brachten er und sein Bruder die Innenstadt weiter, indem sie das Kuzina, die alte Synagoge und andere Gebäude kauften und sanierten. Hollstein: „Dazu gehört in erster Linie Wagemut“.

Wie geht es weiter mit dem Bürgermeister? Diese Frage bewegt viele Altenaer, nachdem Dr. Andreas Hollstein im November Opfer eines Messerangriffs wurde und wenig später einen Hörsturz erlitt. Gestern, beim Neujahrsempfang der statt, gab Hollstein eine Antwort. „Im Hauptamt mache ich ungebremst weiter“. Kürzer treten will er aber bei seinem ehrenamtlichen Engagement.Vom Wandern über Berg und Tal sang der SGV-Singkreis am Anfang der Veranstaltung und gab damit ein Stichwort für Hollsteins Ansprache: „Berg und Tal, das war auch das Jahr 2017 in unserer Stadt“. Natürlich sei die Schließung des Krankenhauses und das Scheitern von zwei Auffanglösungen nicht gut für die Menschen in der Stadt, gleiches gelte für die Schließung des Toom. Hätte man in dieser Zeit Stammtischen und anonymen Kommentaren im Internet geglaubt, „dann hätte man den Eindruch bekommen, die Stadt stünde kurz vor ihrem 650-jährigen Jubiläum vor ihrem Ende“.Es habe aber auch Positives gegeben, sagte Hollstein und nannte die Eröffnung von Carolas Drogerie und weiterer Geschäfte. 2018 erwarte er Schritte „für eine geordnete Zukunft des Stapelcenters“, verriet Hollstein den Zuhörern in der bestens besuchten Bürgerburg und appellierte an die Altenaer Bürger: Einkaufsmöglichkeiten, die es in der Stadt gebe, müssten natürlich auch genutzt werden.

Weitere positive Entwicklungen seien im Jahr 2017 die Wiedereröffnung der Lutherkirche gewesen und auch die gute Entwicklung im Gewerbepark Rosmart sowie der Ankauf der Schwarzenstein-Brache. Hollstein nannte auch noch die Verleihung des Integrationspreises und die gelungenen Feiern zum Stadtjubiläum. Auch die finanzielle Situation der Stadt verbessere sich. Insgesamt mache die Stadt mehr und mehr von sich reden: „Inzwischen kennt man uns auch in den USA, und zwar nicht nur wegen Draht und Jugendherbergswerk“.

Ausdrücklich dankte Hollstein nicht nur ehrenamtlich tätigen Altenaern und den Kommunalpolitikern, sondern auch den Mitarbeitern der Verwaltung: „Gut, dass Ihr mit mir zusammen den Karren zieht. Das ist nicht immer einfach“.

Einmal mehr befasste sich Hollstein in seiner Ansprache auch mit Hass und Sensationsgier in den Sozialen Medien. Wenn sich Menschen „an den Schmerzen anderer delektieren“, dann sei das ebenso wenig zuzulassen wie die Verbreitung von Hassparolen und subtilen Bedrohungen. „Wir dürfen den Respekt vor dem Anderen nicht vergessen“, mahnte der Bürgermeister unter starkem Beifall und warnte auch vor den Folgen: Auch auf diese Entwicklung führe er die Erfolge der AFD zurück, die bei den Wahlen im Jahr 2017 auch in Altena Ergebnisse errungen hätten, „ich ich nie für möglich gehalten hätte“.

Genesungswünsche richtete Hollstein an Abdullah Demir – der Besitzer eines Imbisses hatte Hollstein im November zusammen mit Sohn Ahmet das Leben gerettet, als der Messerangriff erfolgte. Inzwischen sei Demir schwer erkrankt, berichtete GHollstein – in Gedanken sei er oft bei ihm.

Begleitet wurde der Neujahrsempfang von einem Fernsehteam des NDR. Michael Heuer, seit vielen Jahren als freier Autor und Regisseuer für öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten tätig, arbeitet an einer 60-minütigen Dokumentation über Politiker, die Opfer von Hassattacken geworden sind. Sie befasst sich auch mit Altenas Bürgermeister und wird voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt.

Den musikalischen Part übernahm der SGV-Singkreis – eine kleine Entschädigung dafür, dass sein Auftritt beim Stadtfest wegen schlechter Koordination ins Wasser gefallen war.

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