Viele falsche Rechnungen ausgestellt

In Dahle wurden rund 600 Stromzähler ein zweites Mal abgelesen.

ALTENA - Peinliche Panne bei Enervie: Weil ein Ableser geschludert hat, mussten in 600 Dahler Haushalten ein zweites Mal die Zählerstände ermittelt werden. Viele Kunden werden in Kürze eine neue, korrigierte Rechnung erhalten.

Anfang Dezember wurde in Dahle zum ersten Mal abgelesen, wenig später verschickte Mark-E die Rechnungen – und merkte bald, dass etwas nicht stimmen konnte. „Es gab Kundenbeschwerden“, schilderte Pressesprecher Andreas Köster die Lage.

Auch Jochen Brüninghaus gehörte zu den Dahlern, die im Kundenbüro am Markaner vorstellig wurden: „Ich sollte 750 Euro nachbezahlen“, berichtet er. Als er daraufhin den Zählerstand kontrollierte, stellte er fest, dass ihm 3500 Kilowattstunden zu viel in Rechnung gestellt wurden. Brüninghaus: „Das wäre ein Mehrverbrauch von 33 Prozent gewesen“.

Passiert ist die Panne bei „Enervie asset network“, der Betreiberin des Stromnetzes. Dieses Unternehmen ist für die Verbrauchsermittlung zuständig und hat dafür ein externes Dienstleistungsunternehmen angeheuert. Dessen für Dahle zuständiger Mitarbeiter hat, wie sich inzwischen herausstellte, viele Zähler gar nicht abgelesen, sondern anhand der Vorjahreszahlen die Verbräuche mehr oder weniger geschätzt. Oft lag er grob daneben.

Die falschen Daten wurden dann übrigens nicht nur an Mark-E gemeldet: Als Netzbetreiber ermittelt Enervie asset network alle Daten, auch die von Kunden, die ihren Strom von Eon, RWE oder anderen Anbietern beziehen.

Als klar war, wo der Fehler lag, wurde die zweite Ablesung beschlossen – sie erfolgt aber nur bei jenen Dahlern, die nicht inzwischen selbst den Zählerstand ermittelt und ihrem Stromversorger mitgeteilt haben. Wenn es – wie bei Brüninghaus – eklatante Abweichungen gebe, bekämen die Kunden natürlich eine neue Rechnung, verspricht Köster. Bei kleineren Differenzen erfolge eine Verrechnung. Köster abschließend: „Wir können uns dafür nur entschuldigen“

von Thomas Bender

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