Verwundert über Kreis und die Deutsche Bahn

Weitere Bautätigkeit ist im Ortsteil Horst möglich. Der Stadtplan-Ausschuss gab dafür grünes Licht.

ALTENA - Gelegentlich gerät Roland Balkenhol ins Staunen – oft dann, wenn er mit übergeordneten Behörden zu tun hat. So löste die Bahn bei den Mitarbeitern des Bauamtes ein Stirnrunzeln aus, als sie kurzerhand das Dach des Bahnsteigs demontierte.

Im Grundsatz habe die Stadt dazu sogar ihr Okay gegeben, räumte Balkenhol im Stadtplanungsausschuss ein. Weil der Bahnhof nämlich unter Denkmalschutz stehe, habe die Bahn eine Genehmigung der Stadt in deren Eigenschaft als untere Denkmalbehörde benötigt, erklärte Balkenhol. „Die haben wir erteilt, weil wir dachten, das hänge mit der Neugestaltung zusammen“. Jetzt überlegt man bei der Stadtverwaltung, wie man der Bahn klar machen kann, dass sie ihr Denkmal auf keinen Fall zwei Jahre lang „unbedacht“ lassen darf.

„Das ist wohl mit der heißen Nadel gestrickt“, mutmaßte Balkenhol, als es um eine Außenbereichssatzung für den Ortsteil Horst ging und um die dazu eingegangenen Bedenken und Anregungen. Zu Wort gemeldet hat sich nämlich auch das Landesbüro der Naturschutzverbände, und zwar mit einer Stellungnahme, die sich zunächst einmal auf eine im Jahr 2004 an die Stadt Iserlohn ergangene Stellungnahme bezieht. „Die kenne ich nicht“, gestand Balkenhol den Ausschussmitgliedern. Er frage sich allerdings auch, was ein solches, acht Jahre altes Schreiben an eine andere Stadt mit Planungen in Altena zu tun haben könnte.

Als „sehr seltsam“ bezeichnete der Stadtplaner es auch, dass diese Stellungnahme ihn gleich zweimal erreichte – einmal von den Verbänden und einmal als Stellungnahme des Landschaftsbeirates beim Märkischen Kreis. Er frage sich, ob der sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt habe, sagte Balkenhol. Die Antwort auf diese Frage weiß das Kreistagsinformationssystem des Märkischen Kreises: Die Außenbereichssatzung war bis heute nicht Thema in diesem Gremium. Das ist auch nicht ungewöhnlich: Es ist in diesem Gremium seit Jahren üblich, dass der Ausschussvorsitzende Fritz Schröder solche Stellungnahmen im Alleingang abgibt und sie – oft Monate später – von den Mitgliedern des Beirates nur noch abgenickt werden.

Der Ausschuss folgte dem Empfehlungen der Verwaltung und wies die Einwände als unbegründet zurück. Damit steht der Außenbereichssatzung für diese Siedlung nichts mehr im Wege. Sie ermöglicht es den Besitzern bereits bebauter Grundstücke, weitere Bauwerke darauf zu errichten.

von Thomas Bender

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