Verwaltung bekommt eine ganz neue Struktur

ALTENA ▪ Vier Fachbereiche und gut ein halbes Dutzend Bereiche gibt es zurzeit im Rathaus – ein Modell, das mit der bevorstehenden Pensionierung Willi Beckmerhagens auslaufen wird. Stattdessen sollen noch vor dem Sommer sechs Abteilungen gebildet werden.

In der gestrigen Ratssitzung stellte der Bürgermeister das neue Organisationsmodell vor, das im Verwaltungsvorstand entwickelt und den Mitarbeitern inzwischen vorgestellt wurde.

Manches verändert sich wenig oder gar nicht – Stefan Kemper zum Beispiel leitet weiterhin Finanzwesen und die so genannten zentralen Dienste, Wolfgang Friess bleibt für Jugend und Soziales zuständig – nur heißt das dann nicht mehr Fachbereich, sondern halt Abteilung. Neu und etwas überraschend ist die Abteilung Bauen und Ordnung, in der neben der Bauaufsicht auch Feuerwehr, Ordnungsamt und Gewerbeaufsicht zusammengefasst werden sollen. Das, so argumentierte Hollstein, seien Bereiche, die ohnehin viele Berührungspunkte hätten. Die Leitung soll ebenso (zunächst verwaltungsintern) ausgeschrieben werden wie die jener Abteilung, in der die Aufgaben Schule, Sport, Wirtschaftsförderung und Immobilienservice zusammengeführt werden. Auch hier argumentiert der Verwaltungschef damit, dass es viele Gemeinsamkeiten gebe – spreche man in der Stadt von Schule, dann gehe es oft zuerst um das Gebäude, weil das in die alleinige Zuständigkeit der Stadt falle.

Die fünfte Abteilung trägt den Namen Bürgerservice und nimmt neben dem Bürgerbüro die Stadtbücherei, das Abfallwesen und die Förderung ehrenamtlichen Engagements unter ihre Fittiche. Auch hier soll die Leitungsstelle ausgeschrieben werden.

Auch der Bürgermeister wird nebenbei Abteilungsleiter. Bei ihm werden Kultur, Tourismus, eine Statistik-Stelle und das Rechnungsprüfungsamt angesiedelt – insgesamt also ein sehr überschaubares Spektrum und damit das genaue Gegenteil von dem, was zurzeit Praxis im Rathaus ist. Seit der Pensionierung von Erich Stievermann steht Hollstein nämlich kommissarisch auch an der Spitze des Bauamtes.

Der Rat konnte dieses neue Organisationsmodell gestern nur zur Kenntnis nehmen – wie die Verwaltung strukturiert ist, entscheidet der Bürgermeister im Rahmen seiner so genannten Organisationshoheit. Dementsprechend knapp fiel die Diskussion über die Pläne des Bürgermeisters aus – nur Bernhard Diel (FDP) meldete sich zu Wort und fragte nach, ob durch diese Straffung von Hierarchieebenen nicht die Aufstiegschancen der Verwaltungsmitarbeiter sinke. Hollstein bejahte das, gab aber auch zu bedenken, dass schon jetzt die Karrierechancen in der Stadtverwaltung eher schlecht seien und sich deshalb der ein oder andere anders orientiere.

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