Aufzug: Auftrag vergeben – er liegt im Kostenrahmen

ALTENA ▪ Nach dem öffentlichen Teil gab es keinen Zweifel mehr: Der Auftrag für den Bau für Aufzugsschacht und Stollen wurde in der Ratssitzung am Montag (22.Oktober) vergeben – unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie es die Gemeindeordnung bei Vertragsangelegenheiten verlangt.

Allerdings fiel dieser Beschluss nicht mit den Stimmen aller Ratsmitglieder: Die SPD-Fraktion fand zu keiner einheitlichen Linie. Wolfgang Wilbers erklärte, dass er sich enthalten werde. Er sprach von „Hektik und Übertriebsamkeit“ und sah sich außerstande, der Vergabe zum jetzigen Zeitpunkt zuzustimmen. „Wenn ich ein Haus baue, dann will ich im Keller kein Wasser haben“, sagte er, konstatierte allerdings auch: „Bisherige Sicherheitsbedenken sind ausgeräumt“.

Eine „abgespeckte Form“, von der Wilbers sprach, gebe es nicht. Das betonte Roland Balkenhol. Es werde lediglich an der ein oder anderen Stelle die Bauausführung verändert, um Kosten einzusparen. So werde die für den Brandschutz wichtige Zuführung von Druckluft nicht durch den Schacht, sondern durch den Stollen erfolgen, was erhebliche Einsparungen mit sich bringe.

Michael Löffler vom Planungsbüro CDM versicherte, dass es keine nassen Wände, sondern allenfalls erhöhte Luftfeuchtigkeit geben werde. Dafür sorgen 20 Zentimeter starke Betonwände und die dahinter liegenden Abdichtbahnen und Drainagerohre. Die aus Brandschutzgründen erforderliche vollständige Abkapselung von Computern und anderen Bestandteilen des Edutainment-Konzeptes sorge dafür, dass sie vor Feuchtigkeit geschützt seien.

Das in der zweiten Runde der Ausschreibung erzielte Ergebnis liege im aktuellen Kostenrahmen, versicherte Bürgermeister Dr. Hollstein. Zwar könne es im weiteren Verlauf des Projektes sein, dass es zu erneuten finanziellen Problemen komme. Das sei aber nicht ungewöhnlich. „Damit dann umzugehen, ist unser Geschäft“, betonte er. In der Vergangenheit sei es der Verwaltung stets gelungen, auf solche Entwicklungen zu reagieren und durch geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Kostenrahmen eingehalten wurden.

Er gedenke nicht, sich „in die Riege der ehrenamtlichen Bergingenieure einzureihen“, sagte Oliver Held von den Grünen mit Blick auch manche Debatte im Internet. Auch CDU-Sprecher Uwe Scholz erinnerte daran, dass die Stadt externe Fachleute mit Planung und Bauausführung beauftragt habe. Denen vertraue er.

Gekennzeichnet war die Sitzung auch von deutlicher Kritik an der SPD. Vor allem CDU und Grüne warfen ihr vor, sich nicht an Absprachen zu halten und zunehmend unberechenbarer zu werden. Die Kritik ging so weit, dass Held der SPD-Fraktionsvorsitzenden Irmgard Ibrom attestierte, „völlig desorientiert“ zu sein.

Von Thomas Bender

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