Familie bittet Bevölkerung um Hilfe bei der Suche

Vermissten-Fall in Altena: Dubioser "Seher" meldet sich zu Wort

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Die Polizei und zahlreiche Helfer haben bereits umfassend nach dem Vermissten gesucht - bislang ohne Erfolg.

Altena - Die Polizei bekam bei ihrer Suche nach dem vermissten Mann (75) aus Evingsen ebenso überraschende wie dubiose Hilfe. Es meldete sich ein "Seher".

Die Polizei tappt im Fall des vermissten Seniors aus Evingsen noch immer im Dunkeln. Daran änderten auch Hinweise eines selbst ernannten Mediums nicht.

Ein „Seher“ aus Siegburg war der Auffassung, er kenne den Aufenthaltsort des verschwundenen Rentners. Die Behörden gingen dem Hinweis nach. Fündig wurden die Beamten an der besagten Stelle im Bereich Hegenscheid aber nicht.

„Bei solchen Fällen bekommen wir fast immer derartige Anrufe. Wir gehen selbstverständlich auch jedem Hinweis nach. Ob man nun an hellseherische Fähigkeiten glauben mag oder sie für ein Hirngespinst hält, sei mal dahingestellt. Es kann durchaus auch sein, dass beispielsweise jemand wirklich etwas gesehen hat und die Information als übernatürlich verkaufen will“, erklärte Alexander Fall, Wachleiter der Polizei in Altena.

In einer Mail, die der Redaktion vorliegt, hatte der "Seher" eine Google-Karte eingebunden, auf der mit einem Marker die Stelle eingetragen war, wo der Vermisste zu suchen sei - allerdings vorsorglich verbunden mit der Einschränkung, dass er sich auch in einem "gewissen Umkreis um den Hotspot herum" aufhalten könne.

So sieht der vermisste Senior aus. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts.

Der Siegburger - nach eigenen Angaben auf seiner Homepage seit 2006 "Seher" und mit Gott im Bunde - hatte bereits bei mehreren groß angelegten Such-Aktionen für vermisste Personen für Aufsehen gesorgt - und für viel sinnlose Arbeit für die Polizei.

Erst Ende Januar hatte er "gesehen", wo die Leiche eines vermissten Jungen aus Duisburg zu finden ist. Die Polizei rückte mit großer Besetzung aus - und fand nichts. Bild titelte: "Der Seher, der nix sieht, lockt 60 Polizisten in den Wald".

Öffentliche Suche am Samstag

Die Familie des Vermissten hat die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche gebeten. Treffpunkt ist am Samstag (16. Februar) um 9 Uhr der Schützenplatz in Evingsen. Dort werden den Helfern Gebiete zugewiesen, die bisher noch nicht durchkämmt worden sind. „In kleineren Trupps soll dann koordiniert abgesucht werden", heißt es in dem Aufruf.

Für die Suche gelten Verhaltensregeln. Eine davon: Es dürfen sich nur Erwachsene beteiligen. Den Aufruf in voller Länge und die Regeln für die Suche finden Sie hier.

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