Mietnomaden machen Ärger und hinterlassen Chaos

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Den Müll schmiss das junge Paar einfach in den Vorgarten – nicht der einzige Ärger, den Richard Buczek nach dem Auszug der Mietnomaden hat.

Altena - Richard Buczek muss sich um den Sperrmüll kümmern und die Nachbarn beruhigen. Und wenn Mitte des Monats der Gerichtsvollzieher die Zwangsräumung durchgezogen hat, steht noch ein Großreinemachen in der Wohnung an, die er an ein junges Paar vermietet hatte.

Es muss dann auch etliches repariert werden, was im Laufe der vergangenen Monate – zum Teil mit Vorsatz – beschädigt worden ist.

Die Miete komme „vom Amt“ und sei damit sicher – das ist der Trugschluss vieler Wohnungseigentümer, die an Sozialhilfeempfänger vermieten. Richtig ist: Diese Mieter können zwar eine Abtretungserklärung unterschreiben und damit Sozialamt oder Arbeitsagentur anweisen, die Miete direkt an den Vermieter zu überweisen. Diese Abtretungserklärung ist aber jederzeit kündbar, der Vermieter muss darüber nicht informiert werden.

Im April 2016 zog das junge Paar in die untere Etage von Buczeks Wohnhaus an der Springer Straße ein. Dass schon bald die Miete nicht mehr regelmäßig kam, war nur eins von vielen Problemen: Immer wieder sei es zu Ruhestörungen gekommen, schildert der Vermieter – mehrfach sei die Polizei vor Ort gewesen, weil es – teils mitten in der Nacht – zu lautstarken Auseinandersetzungen gekommen sei oder weil die Nachbarn beklaut worden seien.

Keine Einsicht, stattdessen Beleidigungen

Die Bitte, sich zu mäßigen, sei auf keinen fruchtbaren Boden gefallen, schildert der Inhaber einer kleinen Metallwarenfabrik: „Stattdessen bin ich beleidigt worden, zum Teil mit Nazi-Parolen“.

So hinterließen die beiden Mieter ihre Wohnung an der Springer Straße.

Von rechtem Gedankengut zeugen auch Sachbeschädigungen, die die Mieter hinterließen: „Heil Hitler“ und Hakenkreuze schmierten sie auf die Tapeten. Es gingen auch Fensterscheiben zu Bruch, an einem Kellerfenster wurde bei einem dilettantischen Einbruchsversuch („die hatten ihren Schlüssel vergessen“) der Rahmen beschädigt.

Neben der Polizei waren auch Ordnungsamt und Jugendamt immer wieder an der Springer Straße im Einsatz. Die Situation war so ernst, dass Anfang Dezember sogar die beiden kleinen Kinder, die bei dem Paar lebten, in Obhut genommen werden mussten.

Vermieter fühlt sich machtlos

„Man muss sich doch gegen so etwas wehren können“ – die Ohnmacht, die er als Vermieter erfahren hat, stört Buczek am meisten. Nicht nur die ausgebliebene Miete und die Schäden an der Wohnung kosten ihn eine Stange Geld. Er musste auch einen Anwalt einschalten, der schließlich eine fristlose Kündigung aussprach. Gelöst war das Problem damit noch immer nicht: Die Mieter sind zwar verschwunden, haben aber ihre Wohnung nur zum Teil geräumt. Deswegen steht in einigen Tagen als letzter Akt des Dramas noch eine Zwangsräumung durch den Gerichtsvollzieher an, die auch wieder Geld kosten wird. Trotzdem führt daran kein Weg vorbei. Buczek: „Vorher darf ich nicht in die Wohnung, hat mein Anwalt gesagt“.

Buczek hat sich inzwischen im Internet schlau gemacht. Ergebnis: Er steht mit seinem Frust bei Weitem nicht alleine da. Die Zahl der Mietnomaden steigt, sie richten landauf, landab immense Schäden an. Er sei sehr dafür, dass Mieter geschützt würden, betont der Evingser. Darüber dürften aber die berechtigten Interessen der Vermieter nicht in Vergessenheit geraten.

Richard Buczek ruft Leidensgenossen auf diesem Wege auf, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Gemeinsam müsse man überlegen, was man tun könne, um auf der politischen Schiene einen besseren Schutz der Vermieter vor Mietnomaden zu erreichen, meint er. Der Vermieter ist unter der Telefonnummer 02352/71117 zu erreichen.

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