SPD verliert auch in Altena erdrutschartig

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Altena - Auch in Altena hat die SPD bei der Landtagswahl heftige Verluste hinnehmen müssen.

Zwar lag sie bei den Zweitstimmen mit 36,7 Prozent noch deutlich vor der CDU – aber schon das bedeutet im Vergleich zu 2012 einen Verlust von über acht Prozent. Noch gewaltiger waren die Verwerfungen bei den Erststimmen. 

Der SPD-Kandidat Michael Scheffler fiel um über zehn Prozent auf 37,2 Prozent zurück. Sein CDU-Herausforderer Thorsten Schick lag mit 35,3 Prozent beinahe gleichauf. Er holte den Wahlkreis 121 direkt. Scheffler wird dem Landtag nicht mehr angehören. 

Aus dem Stand auf 9,0 Prozent

Bemerkenswert auch das Abschneiden kleinerer Parteien: Auf die FDP entfielen nur 4,4 Prozent der Zweitstimmen. Die FDP fuhr mit 10,5 Prozent ein zweistelliges Ergebnis ein, die AFD brachte es aus dem Stand auf 9,0 Prozent. 

Auf zum Teil hohe zweistellige Ergebnisse brachte diese Partei es in eigentlich eher „linken“ Stimmbezirken wie dem Knerling, wo sie bei über 14 Prozent landete. „Als Demokrat kann man das nicht gut finden“, kommentierte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein dieses Ergebnis und stand damit nicht alleine. 

Hohe Wahlbeteiligung in Altena

Wie überall im ganzen Land stieß die Wahl auch in Altena auf große Resonanz: Die Wahlbeteiligung betrug in Altena 63 Prozent und lag damit fast sechs Prozent höher als 2012. Es handelt sich um den besten Wert seit der Landtagswahl 1990. 

Daran und auch am sehr langen Wahlzettel (insgesamt traten 32 Parteien an) könnte es gelegen haben, dass das Auszählen länger als sonst dauerte und das Gesamtergebnis für die Stadt Altena erst gegen 21 Uhr vorlag. Etwa 200 Wahlhelfer werden für die Durchführung einer Wahl in Altena benötigt. 

„Keine besonderen Vorkommnisse“

Hinzu kommen die Mitarbeiter der Abteilung „Zentrale Dienste“ des Rathauses, bei denen alle Fäden zusammenlaufen. „Keine besonderen Vorkommnisse“ meldete am Nachmittag Tanja Jäker, die Leiterin dieser Abteilung. Zwar habe es in letzter Minute noch einige krankheitsbedingte Ausfälle gegeben, sie seien aber durch Umbesetzungen aufgefangen worden. 

Reich werden kann man übrigens nicht mit dem Job an der Urne: Wenigstens zwölf Stunden waren die Wahlhelfer in 22 Wahllokalen und fünf Briefwahlvorständen ausgerechnet am Muttertag im Einsatz, dafür bekamen sie ein sogenanntes Erfrischungsgeld in Höhe von 30 Euro.

Interesse an Präsentation eher gering

Die Wahlergebnisse aus Altena liefen ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zusammen. Das Interesse an dieser Präsentation war eher gering, insgesamt folgten ihr vielleicht zwei Dutzend Menschen. 

Wenigstens ebenso interessant wie die Ergebnisse aus den Altenaer Wahllokalen waren für sie die Hochrechnungen von ARD und ZDF – als schon kurz nach 18 Uhr das Ende von Rot/Grün klar wurde, ging ein Raunen durch das Publikum.

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