Kilometerlange Umwege

Verkehrskollaps droht: Wichtige Verbindungsstraße im MK soll komplett gesperrt werden

Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.
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Wenn die Verbindungsstraße im MK gesperrt werden, müssen Autofahrer kilometerlange Umwege nehmen.

Große Aufregung bei Feuerwehr, Stadtverwaltung und Polizei: Eine wichtige Verbindungsstraße im MK soll komplett gesperrt werden. Tausende Pendler wären betroffen.

Altena – Wegen der Sanierung fehlerhaft montierter Schallschutzwände an der Stützwand zur Bahnlinie muss die Lüdenscheider Straße komplett gesperrt werden. Das bedeutet kilometerlange Umwege für die vielen Menschen, die aus Richtung Innenstadt zum Breitenhagen, in die Rahmede oder nach Lüdenscheid fahren wollen – beziehungsweise umgekehrt. Betroffen sind unter anderem tausende von Pendlern und Fahrschülern sowie alle, die aus der Innenstadt zum Nahversorgungszentrum Rahmede wollen.

Möglichst noch in diesem Jahr – das ist der Zeitplan, der Straßen NRW vorschwebt. Ob er sich halten lässt, bleibt abzuwarten: Am Montag (31. Mai) fand an der Steinernen Brücke ein großer Ortstermin statt, bei dem es um die Frage ging, wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Notfall in die Rahmede kommen.

32 Kilometer statt vier - für eine Tour innerorts

Im Gespräch ist die Reaktivierung des ehemaligen Bahnübergangs Steinerne Brücke. Darüber will Straßen NRW jetzt mit der Bahn verhandeln. Sollte die zustimmen, müssten auch die Eigentümer der Parkplätze zwischen Bahnlinie und Südstraße ihr Einverständnis erteilen.

Direkt am Portal des Buchholzer Tunnels befand sich bis zur Fertigstellung der Pott-Jost-Brücke der Bahnübergang Steinerne Brücke.

Wenn es überhaupt gelingt, den Bahnübergang zu reaktivieren, dann wohl nur für Einsatzfahrzeuge. Der übrige Verkehr soll großräumig umgeleitet werden, vermutlich über Werdohl.

Wer von der Schubertstraße zum Markaner will, müsste dann etwa 32 Kilometer fahren – jetzt sind es nur vier. Anzunehmen ist, dass viele Autofahrer die enge Brachtenbeck als Ausweichroute wählen werden und dass es dort dann zu erheblichen Problemen kommen wird.

Arbeiten nötig nach tödlichem Unfall auf A3

Die Schallschutz-Elemente hängen an einer Betonmauer und sind baugleich mit denen, die sich im November 2020 an einer Lärmschutzwand auf der A3 bei Köln gelöst hatten, auf ein Auto gefallen waren und die Fahrerin tödlich verletzt hatten. Daraufhin hatte das Verkehrsministerium entschieden, 25 Straßenabschnitte in NRW untersuchen zu lassen, an denen ähnliche Konstruktionen verbaut wurden. Zu diesen zählt eben auch die Mauer an der Lüdenscheider Straße. Die Untersuchung ergab, dass es auch dort dringenden Handlungsbedarf gibt.

Straßen NRW habe nachvollziehbar erklärt, dass an der Vollsperrung kein Weg vorbeiführe, heißt es aus dem Rathaus. Im dortigen Stadtarchiv findet sich allerdings der Beweis dafür, dass es auch anders geht beziehungsweise gegangen ist. In den Ortschroniken 1995 und 1996 wird das Thema Lüdenscheider Straße nämlich sehr ausführlich abgehandelt.

Lüdenscheider Straße: Vor 26 Jahren ging es ohne Vollsperrung

Damals musste die etwa 130 Jahre alte und völlig marode Stützmauer zwischen Lüdenscheider Straße und Bahn erneuert werden. Sie wurde auf einer Länge von fast 300 Metern Stück für Stück abgerissen, gleichzeitig wurde eine neue Mauer gegossen – nämlich jene, an die zum Schluss die Schallschutz-Elemente gehängt wurden, die jetzt Probleme machen.

Blick ins AK von 1996: Damals wurde die Stützmauer gebaut, an der die Schallschutz-Elemente hängen. Das ging ohne Vollsperrung.

Etwa 21 Monate betrug damals die Bauzeit, die Arbeiten waren höchst aufwendig. Gesperrt wurde die Lüdenscheider Straße aber nur in einigen wenigen Nächten. Ansonsten konnte der Verkehr einspurig durch die Baustelle fließen, eine Ampel regelte den Verkehr. Sie war so eingerichtet, dass Einsatzfahrzeuge und Busse Vorrang hatten.

Zu den Stoßzeiten bildeten sich zwar Staus, die aber nicht so schlimm waren, wie zunächst befürchtet worden war. Die MVG verlängerte die Fahrtzeit der Linie 37 nach Lüdenscheid um gerade mal sieben Minuten.

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