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Verkauf läuft: Hier gibt es das Neun-Euro-Ticket in Altena

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Von: Thomas Bender

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Seit Montag werden sie verkauft: Neun-Euro-Tickets bekommt man in Altena bei Rainer Grüger am Markaner.
Seit Montag werden sie verkauft: Neun-Euro-Tickets bekommt man in Altena bei Rainer Grüger am Markaner. © Bender, Thomas

Seit Montag werden sie verkauft, die Neun-Euro-Tickets, mit denen man ab 1. Juni einen Monat lang kreuz und quer durch Deutschland fahren kann – vorausgesetzt, man beschränkt sich auf „Nahverkehrsmittel“.

Wobei man das mit dem „nah“ nicht allzu wörtlich nehmen sollte. Gemeint ist eigentlich, dass diese Fahrkarte im Fernverkehr der Bahn (also in Intercitys und ICE) nicht gilt – eine Ausnahme bilden allerdings die für Nahverkehrs-Tickets freigegebenen IC-Verbindungen im Lennetal. Auch in Altenas Bürgerbus wird das Neun-Euro-Ticket nicht akzeptiert.

Für neun Euro einen ganzen Monat lang Bus und Bahn fahren – das klingt nach einem guten Geschäft. Aber nicht für Rainer Grüger, der in seinem Geschäft am Markaner neben Tabak, Weinen und Zeitschriften auch MVG-Fahrkarten verkauft. Seit Montag kann man das Ticket bei ihm bekommen. Sicher wird er einige davon verkaufen – dafür aber keine Viererkarten mehr oder auch Wochen- und Monatskarten. Zwei Prozent beträgt seine Provision – der Verkauf einer Monatskarte (die es in den kommenden drei Monaten gar nicht mehr gibt) war da deutlich lukrativer als der des Neun-Euro-Tickets, das übrigens Teil des „Energiepakets“ ist, mit dem die Bundesregierung die Belastung der Bürger durch die stark gestiegenen Spritpreise abfedern möchte.

Bahn ermöglicht ihren Partnern den Verkauf nicht

Grundsätzlich eine gute Idee, findet Thomas Eltzner: „Vielleicht lassen sich ja so Menschen von der Attraktivität des ÖPNV überzeugen“. Sein Reisebüro Zöllner an der Kirchstraße ist offizielle Vorverkaufsstelle der Bahn, die ihren Partnern allerdings den Verkauf des Neun-Euro-Tickets nicht ermöglicht. „Wir verkaufen in erster Linie Fahrkarten für den Fernverkehr, also für IC und ICE“, erklärt Eltzner. Deswegen könne er im Moment noch nicht sagen, wie sich das Neun-Euro-Ticket auf sein Reisebüro auswirken werde. Ob Altenaer, die beispielsweise nach München wollen, tatsächlich das Billig-Ticket nutzen, bleibe abzuwarten.

Möglich wäre es auf jeden Fall, und das im günstigsten Fall mit nur vier Mal umsteigen, und zwar in Siegen, Frankfurt, Würzburg und Treuchtlingen. Das dauert dann neun Stunden und 44 Minuten. Mit Intercity und ICE schafft man diese Strecke im günstigsten Fall in etwas über sechs Stunden und muss in Hagen und Köln umsteigen. Regulärer Preis für diese schnelle Verbindung: Fast 140 Euro. Wer frühzeitig bucht, kann allerdings in den Genuss von Sonderangeboten kommen und für weniger als die Hälfte mit den schnellen Zügen fahren.

Ticket ist auch in jedem Linienbus zu haben

Nach Norden geht es mit dem Sparticket übrigens etwas schneller: Nach Kiel kommt man bei fünfmaligen Umsteigen in etwas mehr als acht Stunden. Der Intercity ist etwa drei Stunden schneller.

In Altena kann man das Neun-Euro-Ticket nicht nur bei Grüger kaufen, sondern auch bei jedem Fahrer der Linienbusse und am Fahrkartenautomat am Bahnhof. Wer sein Fahrrad mitnehmen möchte, der muss für jede Fahrt eine Fahrradkarte ziehen. Und ein wichtiger Hinweis für alle, die mit Bussen und Bahnen bisher noch nicht so viel zu tun hatten: Es gilt dort nach wie vor die Maskenpflicht.

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