Verhandlung vertagt: Wieder fehlen Zeugen

ALTENA ▪ Nicht zum ersten Mal trafen die Beteiligten gestern im Gerichtssaal aufeinander. Bereits am 1. Juli hatte es eine Verhandlung gegen das Quartett gegeben. Damals war es jedoch aufgrund fehlender Zeugen nicht zu einem Urteil gekommen. Auch am Donnerstag konnte der Prozess nicht zu Ende gehen.

Laut Anklage hatten drei der Angeklagten am Tattag gegen 4.45 Uhr einen 42-jährigen Mann aus Nachrodt-Wibblingwerde vor einer Kneipe gegenüber des Scheunenfestes mit Faustschlägen und Tritten traktiert. Auch der dem Opfer zur Hilfe eilende Neffe soll mit Schlägen bedacht worden sein. Anschließend sollen alle vier auf einen 40-jährigen Altenaer losgegangen sein, weil der die Gruppe angewiesen haben soll, zu verschwinden.

Vor Gericht ließen sich die Angeklagten nur teilweise ein. So gab der 21-jährige Altenaer an, die erste Tat ganz alleine begangen zu haben. Allerdings räumte er nur jeweils einen Faustschlag pro Opfer, und nicht mehrere Tritte und Schläge ein. Dem Angriff soll eine Anmache des Geschädigten gegenüber einer Freundin des Angeklagten vorausgegangen sein. „Sie war am Weinen, und da bin ich eben hingegangen. Das war eine doofe Idee“, so der Angeklagte gestern. Während sich einer der Männer gar nicht zu den Vorwürfen äußern wollte, bestätigten die übrigen Angeklagten die Aussage des 21-Jährigen.

Das Opfer hingegen, gab an, sich an mehr als nur einen Schlag zu erinnern: „Wir wollten eigentlich gehen. Da kam mir schon einer in Kung-Fu Manier entgegen. Ich konnte dem Tritt jedoch ausweichen. Dann hat er mir zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann kam mein Neffe dazu und hat sie abgelenkt. Es kam aus heiterem Himmel. Wir haben niemanden angemacht.“ Der Neffe gab an, sich nicht mehr daran erinnern zu können, wie viele auf sie losgegangen seien. Bei der Polizei hatte er damals von einer Person gesprochen. „Das wird dann wohl auch richtig sein so“, sagte der 20-Jährige gestern. „Bezüglich der zweiten Tat erklärte der 22-jährige Angeklagte, das Opfer habe ihm zugerufen, sie sollten verschwinden. „Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Irgendwann kam es zu Beleidigungen und zum ersten Schubsen. Dann habe ich etwas im Gesicht gespürt. Daraufhin wollte ich ihn schlagen, und da sind wir ausgerutscht“, so der Altenaer. Das Opfer erklärte, dass es nie eine Auseinandersetzung mit dem 22-Jährigen gegeben hatte: „Ich wusste gar nicht, was da passiert ist. Ich wurde von hinten weggerissen, und dann bin ich K.O. gegangen.“ Zahlreiche weitere Zeugen machten zum Teil sehr widersprüchliche Aussagen. Da zwei Zeugen erst gar nicht erschienen waren, entschied das Gericht schließlich, die Verhandlung zu unterbrechen, und am 6. Oktober fortzusetzen. ▪ jape

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