Verhaltener Optimismus beim Start der wire

In Düsseldorf geht’s rund in Sachen Draht.

ALTENA ▪ Weniger los als sonst am ersten Messetag? Mancher meinte das beim Auftakt der Drahtmesse wire am heutigen Montag, andere verwiesen darauf, dass am Montag stets nicht viel Betrieb sei – „schließlich handelt es sich hier um ein internationales Publikum, viele ausländische Besucher reisen heute erst an.“

Fakt ist und bleibt, dass die Messe in Düsseldorf für Altenas Wirtschaft der wichtigste Gradmesser überhaupt ist. 18 Unternehmen aus der Burgstadt sind dort vertreten, manche – wie zum Beispiel Eksi Dorstener Draht – zum ersten Mal. Dessen Geschäftsführer Fehmi Eksi konnte berichten, dass die Kooperation mit dem Dorstener Drahtwerk sich gut anlasse. Die Zahl der Mitarbeiter sei auf über 20 gestiegen, Investitionen stünden bevor.

Der Grundtenor war am ersten Messetag verhalten optimistisch. Alle Unternehmen meldeten eine zufriedenstellende bis gute Auftragslage. Aber: Noch nicht einmal mehr mittelfristige Prognosen wagen die Firmenchefs. Die Branche ist inzwischen extrem schnelllebig geworden. Was mit der Krise vor drei Jahren begonnen habe, nehme weiter zu, erklärte Markus Giese, seit vergangenem Jahr Geschäftsführer unter anderem im Drahtwerk Altena und bei Wagener. Die Kunden hätten damals gemerkt, dass extrem kurzen Lieferfirsten machbar seien.

Klaus Hesse vom gleichnamigen Drahtwerk in der Rahmede berichtete, dass Gespräche am ersten Messetag eine gewisse Grundverunsicherung zutage gebracht hätten: Weil niemand auch nur im Ansatz wisse, wie sich die Griechenland-Krise auf die Wirtschaft in der EU auswirken werde, agiere die Kundschaft sehr vorsichtig. Hesse: „Keiner kann heute sagen, wie sich das Konsumverhalten im Laufe des Jahres entwickeln wird“.

Die Messe ist für die Unternehmen in erster Linie Kontaktbörse – sie treffen hier ihre Kunden. Schon deshalb rechne sich der Messestand, argumentierte Peter Beckmerhagen, Geschäftsführer bei Frohn: „Das ist allemal billiger, als wenn ich die alle besuchen würde“. Gegen Neukunden hat aber natürlich keiner etwas einzuwenden – manches Unternehmen bereitet sich sogar sehr aktiv darauf vor, bisher unbekannte Märkte zu bedienen. So hat die Firma Lüling mit Olena Kuznetsova eine Ingenieurin eingestellt, die russisch spricht – dieser Markt gewinne an Bedeutung, erklärte Peter Wilm Schmidt. Bei Klincke arbeitet mit UIlrich Frenchkowski neuerdings ein Verkaufsleiter, der als hervorragender Kenner asiatischerMärkte gilt. (Bericht folgt)

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