„Rauf aufs Rad“ in der Burg

Rad-Ausstellung in Altena: Ein Vergnügen mit Speichen

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Zahlreiche Interessenten lockte gestern die Eröffnung der Sonderausstellung „Rauf aufs Rad“ auf die Burg Altena und ins Drahtmuseum. Mit diesen Exponaten können sich viele Besucher auch in ihrem Alltag identifizieren.

Altena - „Rauf aufs Rad“: So heißt eine Ausstellung in der Burg Altena und im Drahtmuseum. Sie lohnt sich, nicht nur für Zweirad-Liebhaber. Warum, steht hier.

Dr. Agnes Zelck hat sich eine Fahrradkette um den Hals gelegt. Natürlich kein ölverschmiertes und klobiges Stück, sondern eine silberne Velo-Miniatur. Denn auf seinem Triumphzug hat das Fahrrad es von den Straßen auch in die Schmuckindustrie geschafft. Die Neue Ausstellung „Rauf aufs Rad“ auf Burg Altena und im Drahtmuseum zeigt deutlich, wie und wo Fahrräder die Menschheitsgeschichte geprägt haben.

Kuratorin Zelcks Schilderungen lassen lebhafte Bilder vor den Augen der Ausstellungsbesucher aufblitzen. Von der ersten Laufmaschine, die mit 14 Stundenkilometern eine Pferdekutsche überholen konnte. Vom ersten Hochrad, das mit einem 60-Zoll-Reifen zwar eine imposante Erscheinung war, aber furchtbare Knochenbrüche verursachte. Und wie groß die Freude gewesen sein musste, als die erste „Safety“-Variante mit zwei gleich großen, niedrigen Reifen auf den Markt kam.

Dr. Agnes Zelck hat viel Arbeit in die Ausstellung gesteckt.

Adlige und Großbürgerliche hatten besonders viel Spaß daran, denn längst war das Fahrrad noch kein Fortbewegungsmittel, das von preis- und umweltbewussten Bürgern genutzt werden konnte. Dieser Effekt trat erst im 20. Jahrhundert ein. Das Fahrrad wurde zu einem alltagstauglichen Gebrauchsgegenstand und ein Mittel der Arbeiterbewegung. Frauen zogen - Skandal! - Hosen an, um es zu nutzen und erweiterten ihren Aktionsradius. Ärzte und Briefträger entdeckten das Rad als Berufsfahrzeug.

Das Vokalisten-Ensemble „Quartettico“ sorgte für Musik.

„Und in der Ölkrise 1973 holte jeder, der ohne Sprit vorankommen musste, das Rad wieder aus dem Keller, um voranzukommen“, ergänzte Dr. Agnes Zelck, die Exponate von acht Spendern und 18 Leihgebern für die neue Sonderausstellung zusammengetragen hat. Nicht nur aufgrund der industriellen Geschichte des Märkischen Kreises ist die Ausstellung von Interesse, sondern vor allem auch deshalb, weil sich viele Ausstellungsbesucher mit den gezeigten Objekten identifizieren können. „Ganz viele von Ihnen haben noch auf einem Vaterland-Rad das Radfahren gelernt!“, mutmaßte Landrat Thomas Gemke.

Ein original Grünes Trikot der Tour de France ist ausgestellt.

Natürlich ist ein solches Modell zu sehen im Rahmen von „Rauf aufs Rad“. Dabei ist aber auch das Grüne Trikot der Tour de France 2017. Werbeanzeigen für die ersten Radfahrer-Dopingmittel, Plakate der großen brachialen Etappenrennen, Schmuck, Zubehör, und Kuriositäten gesellen sich dazu. Und weil das Fahrrad es bis in die Charts geschafft hat, präsentierte das Vokalisten-Ensemble „Quartettico“ drei Titel zum Fahrrad. Große Erfolge mit Speichen hatten unter anderem „Die Prinzen“ und „Queen“. Deren Hits untermalten den launigen Auftakt

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