Vergewaltiger muss erst in Haft und dann in Psychiatrie

ALTENA ▪ Seit dem 14. Februar muss sich ein 37-jähriger Altenaer wegen Körperverletzung und Vergewaltigung vor dem Hagener Landgericht verantworten. Von Prozessbeginn an, hüllte er sich in Schweigen. Gestern fiel das Urteil: Er soll zunächst für fünf Jahre und drei Monate in Haft und dann in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden.

In ihrer Urteilsbegründung ging die Vorsitzende Richterin noch einmal auf die Beziehung zwischen dem Angeklagten und der 23-jährigen Geschädigten ein. Beide hätten Alkoholprobleme gehabt. „Sie konnte sich nicht von ihm lösen.“ Nach einer Fehlgeburt habe die junge Frau dann aber doch eine gewisse Distanz zu ihm schaffen wollen. Am Tattag, so die Sicht der Kammer, habe die Geschädigte das dann dem Angeklagten mitgeteilt. Daraufhin habe der 37-Jährige das Opfer geschlagen. Nach wortreichen Entschuldigungen, habe er später ihre Nähe gesucht. „Sie will keine Zärtlichkeit. Der Angeklagte will das nicht akzeptieren“, so die Richterin.

Trotzdem habe der 37-Jährige zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Dabei habe er ihr ein Kissen ins Gesicht gedrückt, um die Schreie der Frau zu unterdrücken: „Die Feststellungen der Kammer beruhen auf den Angaben des Opfers. Sie ist eine glaubwürdige Zeugin. Sie hat ihr Leid und sich nicht in den Vordergrund gestellt.“ Sie habe nicht versucht, den angeklagten über Gebühr zu belasten. Ihre Angaben seien sehr detailreich und konstant gewesen.

Aufgrund einer, beim 37-Jährigen vorliegenden Persönlichkeitsstörung, verstärkt durch übermäßigen Alkoholgenuss, geht das Gericht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Die seelische Erkrankung ist auch der Grund für die Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

„Der Angeklagte ist aufgrund seiner Erkrankung gefährlich. Es ist zu befürchten, dass er in Trennungssituationen immer wieder gewalttätig wird, und hemmungslos auf seine Opfer einschlägt”, begründete die Vorsitzende Richterin.

Der 37-Jährige ließ sich nach Verkündigung des Uteils kaum eine Regung anmerken. Sein Verteidiger, der in seinem Plädoyer seinen Freispruch gefordert hatte, ließ gestern offen, ob er in Revision gehen wird. ▪ Von Jana Peukert

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