Vorbereitet auf Ebola

Altena - Es gibt keinen Anlass zur Panik, immerhin aber zu gesteigerter Aufmerksamkeit. Beim Märkischen Kreis geht man zwar davon aus, dass das Risiko einer Einschleppung von Ebola nach Deutschland gering ist, aber unvorbereitet möchte man einem solchen Szenario nicht gegenüberstehen.

„Es gibt für jede Krankheit einen Plan, was wie zu tun ist“, macht Volker Schmidt, Fachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales, deutlich. Die erste Anlaufstelle für einen möglichen Ebolaverdacht liegt in Altena bei zehn Mitarbeitern der Abteilung Gesundheitsschutz und Umweltmedizin.

Sie würden zuerst tätig in einem Verdachts- oder Erkrankungsfall, müssten sich um Proben und Laborbefunde kümmern, soziale Kontakte des kritischen Erkrankungszeitraums recherchieren und für eine Isolierung sorgen. Außerdem: „Wir sind vor Ort zuständig, aber wir sind nicht alleine“, verweist Schmidt auf die vorgegebenen Meldewege, die dann in kürzester Zeit auch Landes- und Bundesministerien erreichen.

Ganz unwichtig ist die Vernetzung nicht. In Nordrhein-Westfalen stünden aktuell an der Uni-Klinik Düsseldorf zwei Betten zur Akut-Versorgung bereit. Weitere müssten im Ernstfall geschaffen werden im Klinikum Lüdenscheid beziehungsweise in der Lungenfachklinik Hemer. In der näheren Umgebung sei zurzeit auch allein die Feuerwehr in Essen imstande, einen solchen Transport sicher durchzuführen. Bei der Einschätzung der Gefährdungssituation bezieht sich Schmidt aber im Wesentlichen auf das Robert-Koch-Institut.

Westafrika ist kein Reiseziel der Altenaer

Nur einer von 100 Flugpassagieren aus den betroffenen Regionen Westafrikas habe Deutschland als Reiseziel, zudem fänden dort Ausreisekontrollen statt. Und auch die Reisebüros in Altena geben Entwarnung. Westafrika, vor allem die von Ebola betroffenen Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia, gehörten nicht zu den Reisezielen der Altenaer Touristen.

Ein Risiko verbleibe, dass ein Infizierter während der Inkubationszeit von 21 Tagen ausreise und die Krankheit ausbreche, wenn er sein Ziel erreicht. Für afrikanische Flüchtlinge gelte, dass eine Gefährdung nicht anzunehmen sei, weil sie aus ihrer Heimat nach Deutschland weitaus länger unterwegs seien.

Ein weiterer Vorteil für Deutschland seien die Strukturen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die Tatsache, dass Ebola-Viren nur durch den direkten Körperkontakt und Körperflüssigkeiten übertragen werden. Der Erkrankte sei nicht in der Inkubationsphase ansteckend, sondern erst, wenn er akute Symptome zeige. Letztlich ausschließen lasse sich ein solcher Fall aber für den Märkischen Kreis nicht, weiß Schmidt, der im Katastrophenfall einer von drei Leitern des Krisenstabs wäre.

Und auch Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises und ebenfalls Mitglied des Stabes, warnt: „Hundert Prozent Sicherheit gibt es nicht.“ - Von Florian Hesse

Rubriklistenbild: © dpa

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