Verbraucherzentrale und Klimaschutz-Managerinnen über Elektromobile

Mit Sonnenstrom tanken

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Die Tortengrafik zeigt, welcher Anteil von Wohngebäuden wie gut für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Von links Energieberater Ing. Jochen Entsberger und die beiden Klimaschutzmanagerinnen Lisa Flender und Petra Schaller.

Altena - „Selber essen macht fett“, heißt es so schön im Sauerland. „Selber nutzen macht Sinn“, so könnte man eine vergleichsweise neue Denkrichtung in der Photovoltaik-Szene beschreiben: „Sonne im Tank“.

 Unter diesem Motto steht eine Aktion der Verbraucherzentrale in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Kreis. Eigenheimbesitzer sind eingeladen, für ein E-Auto das Hausdach mit Solarmodulen zur Stromtankstelle umzufunktionieren. Dazu gab es am Donnerstag im Begegnungszentrum „Freiheit26“ eine Infoveranstaltung mit Vorträgen zum Thema Elektromobilität und Solarstrom, geleitet von Energieberater Jochen Entsberger aus Witten für die Verbraucherzentrale, Petra Schaller, Klimaschutzbeauftragte beim Märkischen Kreis, und Lisa Flender, Klimaschutzmanagerin der Stadt Altena. Flender betonte am Freitag, dass sehr individelle Gespräche geführt werden konnten.

Womit man vielleicht nicht rechnet: Die durchschnittliche Solaranlage auf einem Einfamilienhaus liefert aufs Jahr gerechnet mehr Strom, als ein Privatwagen üblicherweise verbraucht, so die Experten. Ihnen ging es darum, drei Technologien zusammenzuführen: Photovoltaik-anlagen (PV), Ladestationen und E-Autos.

Weil die einst für 20 Jahre garantierte deutliche höhere Einspeisevergütung für viele Photovoltaikanlagen-Besitzer jetzt ausläuft, macht es nach Überzeugung der Fachleute mehr Sinn, den Strom aus den eigenen Photovoltaikanlagen für ein E-Fahrzeug zu nutzen. Speist man ihn jetzt ins öffentliche Netz ein, bekommt man noch 12 Cent pro Kilowattstunde. Als durchschnittliche Anlagengröße sieht die Verbraucherzentrale Installationen zwischen drei und zehn Kilowatt. Eine Fünf-Kilowatt-Anlage liefert zum Beispiel rund 4500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das reiche aus, um einen Vier-Personen-Haushalt bei einem angenommen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden zu versorgen.

Will man – wie es „Sonne im Tank“ vorsieht – zusätzlich sein Elektromobil betanken, sollte die PV-Anlage laut Jochen Entsberger über den häuslichen Eigenbedarf hinaus einen Überschuss von rund 1,5 Kilowatt in Petto haben. Eine Ladestation für das Auto sollte dann in den Plänen enthalten sein. Die Preise für Solarstromanlagen haben sich laut Verbraucherzentrale seit geraume Zeit sehr kundenfreundlich entwickelt, sind also gesunken. Heute kosten durchschnittliche Anlagen rund 1400 Euro je Kilowatt Leistung.

Interessante Zahlen genannt Einige interessante Zahlen wurden am Donnerstag genannt: Im Märkischen Kreis gibt es derzeit 178 reine Elektrofahrzeuge und 1349 Hybride, in Altena fahren sieben reine E-Stromer und 43 Hybride. Kreisweit gibt es 25 Ladestationen. Für eine Photovoltaikanlage sind 1286 von 9499 Häusern in Altena „sehr gut“ geeignet (13,5 Prozent) und 51 Prozent „gut“ geeignet. Das sind immerhin 4870 Häuser. „Das ist schon ein Riesen-Potenzial“, sagt MK-Klimaschutzbeauftragte Petra Schaller.

Unter www.maerkischer-kreis.de/solardachkataster kann jeder Interessierte nachschauen, ob sein Dach für Photovoltaik geeignet ist. Die ersten 16 Interessierten bekommen im Übrigen dank einer Förderung durch den Märkischen Kreis eine 90-minütige Vor-Ort-Beratung zum Preis von 30 Euro. Der reguläre Preis dafür liegt bei 60 Euro. Anmeldungen sind möglich bis zum 28. September unter p.schaller@maerkischer-kreis.de, Telefon 02351/ 966 6361.

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