Am Verbot wird nicht gerüttelt

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„Handy aus“ heißt es beim Besuch des Altenaer Krankenhauses. ▪

ALTENA ▪ Wer liebe Bekannte, Verwandte oder Freunde im St. Vinzenz-Krankenhaus besuchen will, muss nach wie vor beim Betreten des Hauses sein Handy ausschalten. „Am Verbot wird nicht gerüttelt“, hieß es auf Anfrage vom neuen Pflegedienstleiter Stephan Borowski. Das dokumentieren auch entsprechende Signets. Von Johannes Bonnekoh

Zwar ist Borowski erst ein paar Tage im Dienst, „hat sich aber schlau gemacht, wie das hier gehandhabt wird.“ Man habe im Krankenhaus andere Dinge vor der Brust und wolle deshalb das Thema Handy ja oder nein vorerst nicht aufgreifen. „Es bleibt dabei“, wiederholte der 50-Jährige, „Handys müssen beim Betreten des Hauses ausgeschaltet werden.“ Zwar räumte der Pflegedirektor ein, dass niemand untersucht werde, ob er das auch so handhabe, das könne man gar nicht, aber mehr gäbe es nicht dazu zu sagen.

Hausintern – namentliche Zitate ausdrücklich unerwünscht – sehen das Mitarbeiter durchaus kontrovers. „Rein technisch ist das nicht mehr notwendig“, war da zu hören oder noch deutlicher „das ist irgendwie ein Relikt aus grauer Vorzeit.“ Das genau ist wohl auch der Grund, dass sich die St. Vinzenz-Leitung mit einem weiteren Verbot auf der sicheren Seite sieht. Denn gänzlich gerichtssicher ist es nach wie vor nicht, ob der Empfang eines Handys Auswirkungen auf empfindliche medizinische Geräte hat, sagte ein weiterer Gesprächspartner. Tatsächlich hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft erst kürzlich noch einmal auf den möglichen Einfluss von Handystrahlung auf medizinische Geräte hingewiesen und zu einem weiteren Mobiltelefonverbot geraten.

Besucher, ganz besonders aber Patienten, müssen aber dennoch nicht auf die Verbindung zur Welt verzichten. Gegen Entrichtung einer Kaution von 25 Euro und einem Tages-Bereitstellungspreis von 1,30 Euro steht natürlich in jedem Patientenzimmer ein hochmodernes Telefon. Wer von hier aus nach außen wählt, muss für die Telefoneinheit dann 12 Cent bezahlen. Das ist selbst bei vielen Handy-Providern heute deutlich günstiger zu haben. Die Kaution, so war aus dem St. Vinzenz zu hören, wird natürlich mit den abtelefonierten Einheiten taktgenau verrechnet.

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