Information über Wohnen mit mehreren Generationen

Teile der Bündnis 90 /-Grünen-Versammlung vor dem Platz, den die Fritz-Berg-Stiftung mit Altenwohnungen bebauen will. Neben Ortsvereinschef Oliver Held (r.) Joachim Effertz (ABG) und die Referentin des Abends, Annemarie Quick aus Kempen. (v.r.) -  Foto: Bonnekoh

Altena - „Man muss etwas tun!“ Gleich zu Beginn ihres Vortrages vor dem Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen machte Annemarie Quick am Mittwochabend im Hotel am Markt eine klare Ansage. Die Frau ist Gründungsmitglied des Projektes „Besser gemeinsam Wohnen Kempen e.G.“ – einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt.

www. besser-gemeinsam-wohnen.de

Die langjährige Kommunalpolitikern, die in Grefrath als Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus arbeitet, faszinierte die mehr als zwei Dutzend Gäste. Die hörten ihr interessiert zu, denn, bei der Aufstellung des Kommunalwahl-Programmes von Bündnis 90 / Die Grünen war erneut angeregt worden, ein Mehrgenerationen-Projekt möglicherweise auch in Altena auf den Weg zu bringen.

Die zukunftsweisende Nachricht, das wohl etwas in diese Richtung gehen könnte, gab nach mehr als zweistündigem Vortrag Joachim Effertz. Der Chef der Altenaer Baugesellschaft, ABG, zollte der Referentin des Abends nicht „nur hohen Respekt“, er konnte sich aber auch „ein kleineres Format als das in Kempen“ für Altena vorstellen. Effertz Idee: Mehrgenerationen-Wohnen in einem bisherigen 5-Familienhaus auf drei bis vier Interessierte herunter zu brechen. „Wir müssen hier wohl tiefer stapeln“, sagte er und stufte ein solches Projekt generell als „Daueraufgabe“ und nicht als Momentaufnahme ein“.

Annemarie Quick hatte zuvor von der Ideensammlung über das Finden des Grundstücks und einer Hausbau-Gemeinschaft, der Zusammenarbeit mit Behörden, dem Beauftragen eines Architekten, der Gründung einer Genossenschaft und vielen weiteren Schwierigkeiten im Detail berichtet. All das nahm sieben Jahre in Anspruch.

Erst vor kurzem sind die Mitglieder von „Besser gemeinsam Wohnen Kempen“ in ihre eigenen vier Wände eingezogen. Gebaut wurden je zehn Wohnungen (mit Aufzug und alle mit Balkon) zwischen 53 bis 70 oder 72 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu gibt es ein Gemeinschaftshaus, jeder hat einen eigenen Kellerraum, alle einen Gemeinschafts-Fahrradschuppen und jeder einen persönlichen Kfz-Stellplatz in der Haustiefgarage.

Die Wohnungen sind barrierearm - nicht -frei. „Das ist ähnlich, aber nicht so stressig in der Umsetzung“, so Quick. Ihr Fazit: Mehrgenerationen-Wohnen ist eine Art Lebensentwurf für Menschen, die anders leben möchten, als Bewohner von „normalen“ Eigenheimen. Wichtigstes Kriterium: Das gemeinschafliche Wohnen in bunter Mischung von alt und jung unter einem Dach. Die Kempener Gemeinschaft sei durch die Arbeit am Projekt selbst zusammen gewachsen und tue es weiter. ABG-Vorstand Joachim Effertz an Annemarie Quick: „Ihr Projekt ist für mich ganz hohe Kunst.“ In Altena sei ihm bisher niemand bekannt, der das machen möchte. Trotzdem stehe sein Angebot: Ein kleines Format sei durchaus vorstellbar. - Von Johannes Bonnekoh

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