"Perspektive für alle"

Möhling-Gruppe: Werk Haan an Lüdenscheider Firma Screwerk verkauft

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Möhling-Geschäftsführerin und -Mitinhaberin Britta Hölper in einem Besprechungsraum.

Altena - Die Lüdenscheider Firma Screwerk übernimmt die Möhling-Produktionsstätte in Haan. Mit einem neuen Konzept, welches den Prozess des Produktionsstandortes durchgängig digitalisiert, will das Unternehmen die Fabrik neu ausrichten. Haan sei dabei der „Pilot“ für weitere Industriebetriebe, heißt es bei Screwerk. Ab Mai beginnt für die Beschäftigten des Möhling-Werks in Haan also eine neue Ära.

Seit über 100 Jahren wird dort produziert. Angefangen hat es mit Nieten für die Messerindustrie sowie Haken und Ösen für Schuhe.

Heute werden hier Nieten und einfache Verbindungsteile, vornehmlich für den Automotive-Bereich, sowohl aus Band als auch aus Draht, gefertigt. „Doch zuletzt gestaltete sich die Zukunft des Werks ungewiss“, heißt es beim Käufer.

Screwerk übernimt das Werk Haan mit allen Mitarbeitern. Das Innovationsunternehmen ist darauf spezialisiert, „mit seinen eigens dafür entwickelten digitalen Instrumenten Industrieunternehmen zukunftsorientiert auszurichten“, schreibt Screwerk. Einen ähnlichen Prozess hat Screwerk bereits mit einem Betrieb in Plettenberg durchgeführt. Weitere Industriestandorte sollen folgen.

Möhling-Geschäftsführerin Britta Hölper bestätigt den Eigentumsübergang.

Als kleiner Standort des Möhling-Verbundes, dessen Teil Haan seit rund 20 Jahren ist, sind dort 34 Mitarbeiter beschäftigt. „Ein strategischer Rückzug aus der Stanz- und Tiefziehtechnik hat zur Entscheidung geführt, unser Werk in Haan zu veräußern. Als Käufer konnten wir ein aufstrebendes Start-Up Unternehmen, die Screwerk GmbH gewinnen. Mit diesem Schritt verabschieden wir uns nicht nur von einem unser Portfolio ergänzenden Fertigungsverfahren, sondern auch von langjährigen Mitarbeitern. Wir sind außerordentlich froh, dass wir durch den Verkauf der Fertigungsstätte in Haan für alle Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive schaffen konnten“, sagt Britta Hölper.

Geplant ist, einen Teil der bestehenden Screwerk-Produktion nach Haan zu verlagern und die Kapazitäten dort auszubauen. Möhling wird dem Werk als Großkunde verbunden bleiben.

Aus Sicht von Screwerk bietet das Werk in Haan mit seinen erfahrenen Mitarbeitern und vielseitigen Produktionsmöglichkeiten gute Voraussetzungen für das Erreichen weiterer Ziele: „Mit unserem innovativen Geschäftsmodell sehen wir uns als Gestalter der Reindustrialisierung und Experten in der digitalen Transformation von Betriebsstätten“, beschreibt Alexander Hoffmann, einer der beiden Geschäftsführer und Gründer von Screwerk, die unternehmerische Mission bei der Übernahme in Haan.

Der andere, Heiko Schlabach, erläutert den Plan: „Wir werden das Werk von der Auftrags- auf Sortimentfertigung umstellen, die gesamte Warenverwaltung digitalisieren und die Waren zentral über unsere Online-Plattform vermarkten. Das Einzigartige daran ist, dass wir mit eigens dazu entwickelter Hard- und Software den gesamten Prozess lückenlos abbilden können.“ 

Auf den ersten Blick betreibt Screwerk eine Online-Plattform, die sich auf sogenannte „C-Teile“ spezialisiert hat, also kleinteilige Produkte wie Industrieschrauben, die im Produktionsprozess verbraucht werden. Von den Herstellern werden diese oft nur für konkrete Aufträge mit hohen Mindestfertigungsmengen produziert, während der Bedarf an kleinen Mengen ungedeckt bleibt. Screwerk hat hier eine Marktnische erkannt: Ziel ist es, jede Schraube in beliebiger Stückzahl anzubieten. Langfristig will man dieses Konzept auf andere industrielle C-Teile wie Nieten, Federn, Unterlegscheiben oder Steck-Verbinder ausdehnen.

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