So verändert der Klimaschutz die Sanierung vieler Häuser in Altena

Altena - Fenster, Dächer, Heizung: Der Klimaschutz verändert die Sanierung alter Häuser. Damit beschäftigt sich auch die ABG in ihren 1750 Wohnungen.  Doch es gibt ein Problem, das die energetische Sanierung schwierig macht.

Sanieren, modernisieren, ertüchtigen: Das sind die Aufgaben von Jörg Hammerschmidt. Im Blick hat der Architekt mehr als 1750 Wohnungen, die zum Bestand der Altenaer Baugesellschaft (ABG) gehören. 

Und das macht es schwierig. Denn es gibt keine Maßnahme, die für jede Wohnung gleichermaßen passt. „Wir müssen von Fall zu Fall, von Wohnzeile zu Wohnzeile entscheiden“, bestätigt ABG-Vorstand Joachim Effertz. 

Eins ist für Hammerschmidt klar, wenn es um den Klimaschutz geht: „Man darf nichts isoliert betrachten und etwa nur auf die Haushüllen den Fokus richten.“ Kellerdecken, Dachdämmung, Erneuerung von Heizungsanlagen, Montage von Blockheizkraftwerken oder Solarzellen: All das gehört dazu.

Mit der Heizung lässt sich viel CO2 sparen

Der Architekt weiß aber auch: „Wenn es um das Senken von CO2 geht, ist das Ertüchtigen von Heizungsanlagen das zentrale Thema. Nur das bringt nämlich richtige Einsparungen: Da stecken mindestens 35 bis 40 Prozent drin.“ 

Und so baute die Gesellschaft Solaranlagen auf die Dächer der Häuser Mozartstraße 22, 24 und 26 und installierte kleine Blockheizkraftwerke in den Häusern 7, 9 und 11. 

Beschäftigen sich mit Klimaschutz: Architekt Jörg Hammerschmidt (links) und ABG-Vorstand Joachim Effertz setzen größtenteils auf die Sanierung von Heizungsanlagen. Das reduziere am meisten CO2.

Das große Problem: „Alles ist auch eine Sache der Miete. Wenn wir alle Häuser energetisch von außen und zusätzlich am Dach oder im Keller dämmen würden, brächte das zwar durchaus etwas“, aber dann müsste die ABG die Mieten deutlich anheben. Und das sei für die ABG „eine Kostenfrage. Das ist wirtschaftlich nicht leistbar“, sagt Hammerschmidt. 

"Können Mieten nicht unendlich erhöhen"

Denn „wir können die Miete nicht unendlich erhöhen. Das gibt der Markt nicht her“. Zum Hintergrund: Der Gesetzgeber lässt zu, die Miete bei Modernisierungen um bis zu elf Prozent anheben zu dürfen. „Wir können am Ort nicht einmal acht Prozent durchsetzen“, unterstreicht Effertz. 

Entsprechend zurückhaltend agiere man, setze aber durchaus auf eine Steigerung des Wohnkomforts dort, „wo es angesagt ist und auch nötig erscheint“. Aktuell richtet die ABG den Blick auf Heizungsanlagen, die zwar teilweise erst 18 Jahre alt oder jünger sind, „aber wo bereits heute eine Erneuerung Sinn macht“. 

80 Wohnungen in diesem Jahr modernisiert

So habe man im laufenden Jahr 80 Wohnungen modernisiert und 60 Mal Heizungen ausgetauscht. Beim Dämmen der Dächer geht die ABG schon seit ein paar Jahren neue Wege. Man sei davon abgekommen, die Dächer abzunehmen und dann energetisch zu sanieren. Heute verwende man ausschließlich Zellulose. „Wir lassen Papier in alle Hohlräume einblasen. Das ist zwar nicht ganz billig, aber sehr effektiv und ein guter Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes.“ 

Als Beispiel dient wieder die Mozartstraße. Dort, auf dem Breitenhagen, ging die ABG genau so vor, wievor einigen Wochen am Knerling. Dort sind viele Häuser mit Schiefer gedeckt, auch dort bot es sich an, etwas zu tun. In den kommenden Jahren will die ABG die Fenster in den Blick nehmen.

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