Angriff vom 8. April 2018 auf Polizeibeamte verhandelt

Vater-Sohn-Gespann vor Gericht: Alkohol, Drogen und jede Menge massive Beleidigungen

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Die Altenaer Justiz beschäftigte sich mit massiven Beleidigungen.

Altena – Ein Geständnis „ohne wenn und aber“ ließen zwei Angeklagte im Amtsgericht ankündigen. „So etwas“ werde gewiss nie wieder passieren, versicherten sie in ihrem letzten Wort. Ein Polizeibeamter und seine Kollegin, die das Ziel der Randale gewesen waren, mussten wegen des umfassenden Geständnisses nicht mehr berichten, wie heftig die Gegenwehr des jüngeren Angeklagten (22) und seines Vaters (67) gewesen war.

Sie hatten den jungen Mann am 8. April 2018 gegen 1.13 Uhr auf der Straße liegend aufgefunden und einen Rettungswagen angefordert. Doch der 22-Jährige berappelte sich aus seiner scheinbar hilflosen Lage und ging die Polizisten mit Beleidigungen an. 

Als sich die beiden Männer anschließend entfernen wollten, eskalierte der Streit, in den sich auch noch der Ältere einmischte. „Lass meinen Vater in Ruhe, oder ich schlage dich tot“, soll der Jüngere gedroht haben. 

Schließlich gelang es ihm, dem Beamten einen Schlagstock zu entwinden und damit auf ihn einzuschlagen. Der erlitt dabei eine Prellung des linken Jochbeins. 

1,7 Promille Alkohol im Blut des 22-Jährigen, dazu ein wenig Cannabis und die mittlerweile angelegten Handfesseln gaben diesem im Getümmel eine neue Idee ein: Er warf sich mehrfach gegen ein geparktes Auto, verursachte einen Sachschaden von gut 1800 Euro und überkübelte die Beamten mit einer Kaskade von Beleidigungen aus dem eher trostlosen Fundus der Anal- und Sexualdenunziationen. 

„Ich werde euch finden und töten“, soll der Angeklagte abschließend gedroht haben. Richter Dirk Reckschmidt beschränkte sich nach umfassenden Erklärungen der Verteidiger Dirk Löber und Torsten Sonneborn auf eine einzige Nachfrage an den 22-Jährigen: „Wo sind Sie aufgewacht?“ „In der Zelle“, erwiderte der Angeklagte. 

Mit den Drogen sei mittlerweile Schluss, versicherte er und verwies auf sein um Nachwuchs erweitertes Familienleben und einen harten Job mit hohen Anforderungen. 

Strafrechtlich kam so einiges zusammen: Beleidigung, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand und Tätlichkeit gegen Vollstreckungsbeamte. 

Der 67-Jährige hatte glücklicherweise keinen Beamten getroffen, weshalb ihm lediglich eine versuchte Körperverletzung vorgeworfen wurde. „Es tut mir unheimlich leid. Ich wollte nur meinem Sohn helfen“, sagte er in seinem Letzten Wort. 

Fünf Monate Haft auf Bewährung nahm er aus dem Gerichtssaal mit. Bei seinem Sohn wurden es sieben Monate – wegen der zweifellos intensiveren Beteiligung an der Keilerei. Außerdem müssen beide Angeklagte je 1000 Euro Geldauflage an die Justizkasse zahlen.

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