Ursula Bruckmann fliegt noch mal mit 85 Jahren

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Ursula Bruckmann war selbst leidenschaftliche Fliegerin.

ALTENA - „Es war herrlich, es war traumhaft schön. Ich kann einfach nicht vom Fliegen lassen!“ – Auch heute, fast eine halbe Woche nach dem Flugtag des Luftsportvereins Hegenscheid, ist Ursula (Ulla) Bruckmann voll des Lobes. Doch diese Würdigung ist nicht einfach so daher gesagt, die mittlerweile 85 Jahre alte Frau weiß, wovon sie spricht. „Wissen Sie, Fliegen und Technik, das hat mich mein Leben begleitet“, sagt sie und zieht diverse Papiere aus der Tasche.

Auf der Wasserkuppe lernte sie mit 14 Jahren das Segel- und Motorschleppfliegen von der Pike auf, legte die Fluglehrerprüfung ab und weiß heute „ehrlich gesagt nicht mehr, wie oft ich in der Luft war. Nur so viel: So oft, so oft ich konnte“, schmunzelt die Altenaerin.

Ihr Flugbuch aus den 1940er Jahren hat Ursula Bruckmann, die in Celle geboren wurde und durch die Kriegswirren zunächst nach Iserlohn und dann nach Altena verschlagen wurde, „nie wirklich aus der Hand gegeben.“ Sie sei wie elektrisiert gewesen, als sie am Wochenende auf dem Hegenscheid genau den historischen Segelgleiter antraf, auf dem sie fliegen lernte. „Da wollte mir so ein netter junger Mann alles dazu erklären. Na hören Sie mal, habe ich gesagt, das war mal mein erstes Flugzeug...“

Ob am Hegenscheid, ob in Iserlohn oder Küntrop: Auch im gesetzten oder relativ hohen Alter zog es Ursula Bruckmann in die Luft. Ihre beiden Kindern hätten diese Leidenschaft „leider nicht geerbt. Die hatten in anderen Sportarten – etwa dem Reiten – mehr Erfolg und fanden ihre Erfüllung.

Die rüstige alte Dame, die jetzt seit neun Jahren am Nettenscheid wohnt, dankt jedenfalls der Luftsportgruppe Hegenscheid „noch einmal aus vollem Herzen.“ Das gebotene Programm sei allererste Sahne gewesen und „alle waren freundlich, ja richtig lieb“, kann sie es nicht lassen, weitere Komplimente zu verteilen.

Selbst ist sie nicht mehr gestartet, seit sie das 50. Lebensjahr vollendet hat. „Ich hatte einen Hirn-Tumor, eine schwere Zeit“, merkt sie an. Dem jungen Mann, der mit ihr in der mit D 4647 4 H beschrifteten Maschine in den Himmel aufstieg – „ich glaube, er hieß Jens“ – ist sie noch jetzt dankbar. „Altena von oben ist wunderbar. Und dass ich das mit 85 Jahren noch einmal erleben durfte, das war einfach klasse!“

von Johannes Bonnekoh

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