Ursache bleibt im Dunkeln

ALTENA ▪ Der Sachschaden war mit über 370 000 Euro sehr hoch, die eigentliche Brandursache oder gar ein Verursacher wird sich aber möglicherweise niemals finden lassen. Der Brand der Firma Grefe hat am Dienstag das Amtsgericht beschäftigt. Eine 40-jährige Arbeiterin war angeklagt, den Brand durch nicht sachgemäße Erledigung ihrer Arbeit verursacht zu haben – die Frau musste sich deshalb wegen fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

Rückblende: Am 28. April heulen mittags die Sirenen. Die Feuerwehr rückt zur Westiger Straße aus. Trotz aller Bemühungen können es die Einsatzkräfte nicht verhindern, dass die Flammen von einem Anbau auf das Hauptgebäude der Firma übergreifen. Auch der benachbarte Wald brennt. Wegen der starken Rauchentwicklung muss eine benachbarte Villa evakuiert werden.

Die Arbeiterin, das ergab gestern die Beweisaufnahme, hatte die Aufgabe Gestelle, die für die Produktion genutzt werden, mit einem Bunsenbrenner von Beschichtungsmaterial zu säubern. Ihr Arbeitgeber beschrieb die Frau als außergewöhnlich zuverlässig; auch sei es bei dem Arbeitsverfahren nie zuvor zu einem Feuer gekommen. Zwischen dem Feierabend der Frau und dem Ausbruch des Feuers hatten etwa 20 Minuten gelegen. Die Rede war zudem mehrfach von trockenem Laub unter Gitterboxen – auch der Brandsachverständige hatte in einem Gutachten darauf hingewiesen – und einem Spazierweg, der nur wenige Meter hinter der Grundstücksgrenze verläuft.

Im Plädoyer rückte der Vertreter der Staatsanwaltschaft dann vom ursprünglichen Vorwurf ab und beantragte, wie auch der Verteidiger der Angeklagten – „beinahe hätten den Letzten die Hunde gebissen“  – einen Freispruch. Und so lautete dann auch das Urteil von Richter Dirk Reckschmidt. Ein Fehlverhalten der Frau sei nirgends zu erkennen. ▪ tk

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