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Was sind die Lehren aus der Jahrhundertflut?

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Von: Thomas Bender

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Untersuchungsausschuss Flut des Landtags Ortstermin in Altena
Alexander Grass erklärte des Landtagspolitikern, wie es zu dem tödlichen Unfall des Feuerwehrmanns Oliver Diehl kam. © Bender, Thomas

Das hat es wohl auch noch nicht gegeben in der Altenaer Stadtgeschichte: Ein Untersuchungsausschuss des Landtags sah sich am Freitag in der Burgstadt um. Nicht, dass hier irgendwem irgendwelche Vorwürfe gemacht werden: Aufgabe des „PUA II Hochwasser“, ist es, aus der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 die erforderlichen Schlüsse zu ziehen.

Altena – Dazu hat er zunächst eine Menge Berichte entgegengenommen, jetzt sieht er sich vor Ort um. Im Ahrtal war er schon, jetzt standen Hagen, Altena und die Wuppertalsperre auf dem Plan.

Mit einiger Verspätung erreichte der Bus mit den Parlamentariern dem Langen Kamp, von dort ging es mit Bussen von Feuerwehr und THW zunächst zum Rathaus. Nachdem Uwe Kober mit der Begrüßung fertig war, war die von der Stadt zur Verpflegung der Parlamentarier organisierte Pizza allenfalls noch lauwarm.

Kober und Grass Zeugen des Ausschusses

Kober und Feuerwehrchef Grass – beide galten in diesem Moment als Zeugen des Ausschusses – schilderten den Gästen aus Düsseldorf, wie sie das Einsatzgeschehen am 14. und 15. Juli erlebten – beide waren aus ihren Urlauben in die Burgstadt zurückgeeilt. „Bei uns hat es sich eingeregnet. Die Wolken wollten einfach nicht weg“ – mit diesen Worten erklärte Uwe Kober dem Ausschuss, warum die Schäden in Altena so viel gravierender waren wie in den meisten Nachbarstädten. Und: „Wir alle waren an diesem Tag mit der Situation völlig überfordert“.

Dramatische Entwicklung war nicht vorhersehbar

„Wann war Ihnen klar, mit welchen Dimensionen Sie rechnen mussten?“ wollte Dr. Werner Pfeil, Sprecher der FDP im Ausschuss, wissen. „Wir konnten uns erst am Freitag ein erstes Lagebild machen“, schildere Grass die Lage und erklärte auch, dass übliche Routinen gegriffen hätten: Der Kreis habe in der Nacht vom 13. auf den 14. vor einer „Lage“ gewarnt, daraufhin seien Feuerwehrgerätehäuser besetzt und in der Hauptwache ein sogenannter Meldekopf gebildet worden. Dass die Wache später evakuiert werden musste, dass alle Seitentäler nicht mehr erreichbar sein würden, dass der Bauhof nicht an sein Absperrmaterial kommen würde – all das habe niemand auch nur im entferntesten ahnen können.

Gedenken an verunglückten Feuerwehrmann Oliver Diehl

Vom Rathaus aus ging es dorthin, wo das Wasser am schlimmsten wütete – zunächst zum Grenningloher Weg, wo inzwischen der für die Anlieger so wichtige Wendeplatz wieder befahrbar ist, aber immer noch ein neuer, größerer Bachdurchlass gebaut werden muss. Dann fuhr der Tross in die Nette, wo Grass den Politikern erklärte, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, bei dem der Feuerwehrmann Oliver Diehl ums Leben kam: Er brachte mit seinen Kameraden eine Person in Sicherheit, stolperte dann und wurde von dem reißenden Fluten des Nettebaches mitgerissen. Ungefähr 100 Meter weiter drückte das Wasser ihn unter ein Auto, wo er ertrank. Auf Bitten der Witwe gebe es an der Unfallstelle keine Gedenktafel, erklärte Bürgermeister Uwe Kober der Landtagspolitikern – ein Sohn des Toten muss die Unfallstelle täglich passieren. Man werde aber sicher einen passenden Platz für das Gedenken an den Verunglückten finden.

Der Ausschussvorsitzende Sven Wolf (re.) dankte Altenas Bürgermeister Uwe Kober.
Der Ausschussvorsitzende Sven Wolf (re.) dankte Altenas Bürgermeister Uwe Kober. © Bender, Thomas

Sven Wolf, der Vorsitzende des Ausschusses, bat die Mitglieder um eine Schweigeminute. „Uns als Ausschuss war es ein Anliegen, hier einen Moment des Gedenkens einzulegen“, sagte er anschließend.

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