Gute Retter, schlechte Wachen

Untersuchung stellt herbe Mängel an Feuerwehr-Gebäuden fest

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Die Feuerwache ist nicht mehr zeitgemäß. Durch eine Sanierung ist das Problem nicht zu lösen.

Altena – Das Ergebnis ist ernüchternd: Besichtigungen zeigten, dass die meisten Gerätehäuser der Feuerwehr erhebliche Mängel aufweisen. Und einfach sanieren geht nicht.

Stolze 36 Seiten benötigt der Brandschutzbedarfsplan zur Analyse der bestehenden Feuerwehrstruktur und stellt der Stadt unterm Strich ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus: Die meisten Standorte der Wehr weisen relevante Mängel auf, bilanzierten die Gutachter nach Besichtigungen der Feuer- und Rettungswache sowie der sechs Gerätehäuser. 

„Zustand in Ordnung“ trifft demnach nur für das Feuerwehrgerätehaus Rosmart zu. Das in Dahle ist halbwegs ok, bei allen anderen stellten die Fachleute „relevante Abweichungen von den Anforderungen“ fest. 

Auszüge der Mängelliste: 

  • Es gibt zu wenig Platz für die Einsatzfahrzeuge
  • Umkleiden sind zu klein, so dass keine neuen Mitglieder aufgenommen werden können.
  • Bei der Jugendfeuerwehr gibt es eine gemeinsame Umkleide für Jungen und Mädchen
  • Die Zahl der Alarmparkplätze reicht nicht aus. Der Weg von der Umkleide zu den Einsatzfahrzeugen ist nicht kreuzungsfrei
  • Es fehlt Lagerfläche, der Schulungsraum ist zu klein
  • für die freiwilligen Kräfte sind keine Duschen vorhanden

Lösen lassen sich diese Probleme nur durch einen modernen Neubau. 

Deutlich besser sieht es beim Personal aus: 171 Ehrenamtliche stehen zur Verfügung, das sind fast genauso viele wie vor zehn Jahren. Der Brandschutzbedarfsplan (BSBP) bescheinigt ihnen einen guten Ausbildungsstand. 

Ihr Durchschnittsalter von 37 Jahren stelle einen guten Wert dar, heißt es weiter – bevor dann doch etwas Wasser in den Wein geschüttet wird. „Die Verfügbarkeit der freiwilligen Kräfte ist von Montag bis Freitag tagsüber eingeschränkt.“ 

60 Prozent sind Pendler, tagsüber halten sich nur knapp 60 Feuerwehrleute in Altena auf. Die Konsequenz: „Einzelne Einheiten sind planerisch nicht in der Lage, selbstständig die Mindeststärken zu erfüllen.“ 

Um so wichtiger sind die hauptamtlichen Kräfte: Die Stadt beschäftigt 17 feuerwehrtechnische Beamte und kann damit rund um die Uhr folgende Funktionen erfüllen: „die schnelle Besetzung von Sonderfahrzeugen (z.B. Drehleiter) und die autarke Bearbeitung von Kleinsteinsätzen. Soll heißen: Für mehr als einen brennenden Papierkorb reicht das nicht. 

Auch der Fahrzeugpark der Wehr wurde untersucht. 24 Kraftfahrzeuge und zwei Anhänger nennt die Wehr ihr eigen. Fünf davon sind älter als 15 Jahre. Es wurde auch untersucht, wie lange die Wehr zu welchen Einsatzorten benötigt. „Fahrzeit-Isochronen“ lautet der Fachbegriff dafür. 

Besonders interessant sind diese natürlich für die Hauptamtlichen, weil die im Gegensatz zu den Ehrenamtlichen unmittelbar nach der Alarmierung ausrücken können. „In einer Fahrzeit von neun Minuten kann ein Großteil des bebauten Stadtgebietes durch die hauptamtlichen Kräfte abgedeckt werden“, stellt der BSBP fest.

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